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Coronakrise

ATX im ersten Quartal auf Talfahrt

Archivbild: Börsevorstand Christoph Boschan ist froh, dass der Aktienhandel trotz Coronakrise weitergeht.
Archivbild: Börsevorstand Christoph Boschan ist froh, dass der Aktienhandel trotz Coronakrise weitergeht.Die Presse/ Clemens Fabry
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Der österreichische Leitindex ATX sackte seit Jahresbeginn um mehr als 37 Prozent ab. Die coronavirusbedingten Unsicherheiten der Anleger spiegeln sich indes in der hohen Handelsaktivität wider.

Die Coronaviruskrise hat auch die heimischen Börsianer nervös gemacht. Im ersten Quartal stieg der Aktienumsatz an der Wiener Börse um fast 36 Prozent auf 21,7 Mrd. Euro, und der Leitindex ATX sackte im bisherigen Jahresverlauf 2020 um mehr als 37 Prozent ab. Der einzige Kursgewinner im Prime Market war der Schutzhandschuhhersteller Semperit mit einem Plus von fünf Prozent.

Der Börsenwert der in Wien notierten Firmen (Marktkapitalisierung) schrumpfte per 31. März 2020 auf etwas mehr als 78 Milliarden Euro - in etwa auf das Niveau zum Zeitpunkt des Brexit-Referendums in Großbritannien Ende Juni 2016, teilte die Wiener Börse am Donnerstag mit.

ATX
Die größten Abstürze des ATX seit den NeunzigernGrafik: APA

Höchste Handelsaktivität seit zehn Jahren

Die coronavirusbedingten Unsicherheiten der Anleger spiegeln sich in der hohen Handelsaktivität wider. Der durchschnittliche Monatsumsatz 2020 ist mit 7,2 Milliarden Euro so hoch wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr, erklärte die Börse. Allein im März wurden 10,94 Milliarden Euro umgesetzt, um knapp 83 Prozent mehr als im März 2019.

Die umsatzstärksten Aktien waren 2020 bisher Erste Group, OMV und voestalpine. Sie alle hatten Mitte März, als hierzulande die Corona-Einschränkungen begannen, einen starken Knick.

Börsevorstand Christoph Boschan ist froh, dass der Aktienhandel
ob der Verwerfungen nicht ganz abgedreht wurde. „Börsen zu schließen wäre wie das Fieberthermometer wegzuwerfen, wenn sich hohe
Temperatur einstellen." Das vorerst auf einen Monat befristete Verbot von Wetten auf Kurseinbrüche (gedeckte Leerverkäufe), das die Finanzmarktaufsicht (FMA) am 18. März erlassen hat, sei der richtige Schritt, bekräftigte Boschan. Ein staatliches Verbot von Dividendenausschüttungen würde der Börsechef ablehnen.

(APA)