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Logistikimmobilien

Nach der Krise mehr Bedarf an Lagerflächen

Logistikimmobilien gelten in der aktuellen Situation als Krisengewinner.

Die Aussichten sind derzeit düster, alle Experten rechnen mit einer Rezession. Wifo und IHS gehen für heuer von einer Reduktion der Wirtschaftsleistung um bis zu drei Prozent und einem deutlichen Zuwachs bei den Insolvenzanträgen aus, die Arbeitslosenquote ist schon drastisch gestiegen. Ob Zweckoptimismus oder nicht – relativ gelassen sieht man die Entwicklung (noch) in Teilen der Immobilienwirtschaft: „Es wird sich jetzt zeigen, dass die Immobilie generell ein relativ krisensicheres Investment darstellt“, meint beispielsweise Thomas Belina, Geschäftsführender Gesellschafter des Immobiliendienstleisters Colliers International. Denn auch wenn einzelne Segmente wie der Einzelhandel, Hotels oder Büros von den Auswirkungen von Covid 19 direkt betroffen seien, es gäbe auch Gewinner.

Aufbau von Lagerbeständen

Dazu gehören vor allem Logistikflächen, ist man bei Collier überzeugt und verweist dabei auf den notwendigen Aufbau von Lagerbeständen und den Ausbau des E-Commerce in Krisenzeiten. „Die Nachfrage für die meisten Nutzer von Logistikimmobilien wird sich verstärken, da viele Artikel, die für grundlegende tägliche Bedürfnisse nötig sind, jetzt umso mehr an die Lieferketten gebunden sind“, heißt es in einer aktuellen Analyse. Hinzu komme der erweiterte logistische Bedarf aus einer dezentralen und regionalen Produktionskette, die Lieferengpässe durch die Aufteilung an mehrere und geografisch unterschiedliche Produzenten verhindern soll.

Ähnliche Argumente führt  die trivium Immobilien Investment Gruppe ins Feld. Durch die weitere Zunahme des E-Commerce und die damit verbundene Konsumentenerwartung hinsichtlich Schnelligkeit und Pünktlichkeit der Zustellung würden Logistikimmobilien noch weiter in die Nähe der Städte rücken, betont Geschäftsführer Gerhard Mittelbach.  „Daher denken wir, dass kleine und mittlere Logistikimmobilien in gut angebundenen Lagen aktuell noch unterbewertet sind und sich als Investments sehr gut eignen.“ 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2020)