Schnellauswahl
Beteiligungsfirma

Investor Rocket fürchtet um Start-ups

Oliver Samwer.
Oliver Samwer.(c) REUTERS (RALPH ORLOWSKI)
  • Drucken

Rocket Internet steigerte im Vorjahr Umsatz und Gewinn.

Berlin. Die weltweiten wirtschaftlichen Turbulenzen dürften heuer auch das Beteiligungsnetzwerk des Berliner Start-up-Investors Rocket Internet treffen. Man erwarte eine höhere Insolvenzquote als in den Vorjahren, teilte Vorstandschef Oliver Samwer mit.

Bei vielen Beteiligungen würden die Umsätze langsamer steigen oder sinken. „Doch haben wir Kapital zur Verfügung, um weiter attraktive Unternehmen und hervorragende Teams zu unterstützen“, sagte er. Viele erfolgreiche Unternehmen seien in Rezessionszeiten gegründet worden.

Rocket Internet gründet und investiert in Internet- und Technologieunternehmen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen auch begonnen, Immobilien zu kaufen. Nach Samwers Angaben hat Rocket 2,1 Mrd. Euro in der Kassa, die für Investitionen bereitstehen.

Mehrere wichtige Beteiligungen drehten im Schlussquartal 2019 im operativen Geschäft ins Plus, teilte Rocket mit, darunter die Modehändlergruppe Global Fashion Group und der Möbelhändler Home24. Rocket selbst steigerte seinen Gewinn im vergangenen Jahr von 196 auf 280 Mio. Euro. Der Umsatz wuchs von 44,5 auf 67,3 Mio. Euro.

 

Plattform Jumia verkauft

Indes hat sich Rocket von seiner Beteiligung an der afrikanischen Onlineplattform Jumia getrennt. Der Ausstieg sei zwischen November und der Zeit vor dem Corona-Ausbruch erfolgt, sagte Finanzchefin Bettina Curtze. Details zu den Einnahmen oder dem genauen Zeitpunkt nannte sie nicht. Im November war Rocket noch mit elf Prozent an dem weiterhin Verluste schreibenden afrikanischen Amazon-Konkurrenten beteiligt, der vor einem Jahr an die New Yorker Börse gegangen war und sich seither auf Talfahrt befindet.

Als bekannteste Start-ups bleiben damit noch Home24 sowie die Global Fashion Group, die beide börsenotiert sind, in Rockets Portfolio. Anteile an anderen Firmen wie dem Kochbox-Lieferanten HelloFresh haben die Berliner verkauft. Gerüchte, wonach Rocket Internet sich von der Börse zurückziehen könnte, wollte Curtze nicht kommentieren. (DPA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2020)