Die OECD kalkuliert, dass der Corona-bedingte Shutdown in Italien rund 26 Prozent der Wirtschaftsleistung ausgeknockt hat.
Frankreich, Italien, Spanien

Wo die Eurozone an Corona leidet

Die Südflanke der Währungsunion geht geschwächt in die Pandemie. Die Folgen der Eurokrise sind nicht ganz überwunden – und der wichtige Tourismus ist besonders stark betroffen.

Wien/Brüssel. Wie ernsthaft sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in die die Eurozone im Zuge der Coronakrise gerutscht ist? Alle Institutionen, die mit der ökonomischen Pulsmessung befasst sind, werden momentan von den Ereignissen überrollt. Klar ist jedenfalls eines: Die Pandemie trifft Euroland glücklicherweise nicht zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Zwar ist die Bankenunion nach wie vor nicht hieb- und stichfest, doch anders als während der Eurokrise geht die Hauptgefahr diesmal nicht von einem Strudel aus maroden Banken und überschuldeten Regierungen aus.

Hinzu kommt, dass die Währungsunion über den mit 410 Mrd. Euro bestückten Euro-Schutzschirm ESM verfügt, der bei Bedarf als Kreditgeber einspringen kann. Geldknappheit spielt derzeit ohnehin keine Rolle, denn die Europäische Zentralbank hat alle ihre Geldschleusen geöffnet. Das Anleihen-Kaufprogramm der EZB umfasst vorerst 750 Mrd. Euro und kann bei Bedarf aufgestockt werden.