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Handel

Spar hält Diskussion um Non-Food-Verkauf für gefährlich

Sparfiliale
REUTERS
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Absperrungen würden „sofort zu panikartigen Reaktionen“ wie Hamsterkäufen und Diskussionen mit Kunden führen.

Im Streit im Einzelhandel rund um die Schließung aller Geschäfte, die nicht für die Grundbedürfnisse geöffnet haben, und den Verkauf von Non-food-Produkten im Lebensmittelhandel, hat sich am Freitag die Supermarktkette Spar kritisch zu Wort gemeldet. Die Kritik der heimischen Unternehmen sei zu kurz gedacht und sogar gefährlich.

Spar versorge Österreich trotz extremer Bedingungen, erhalte Arbeitsplätze und zahle Steuern, titelte der Konzern in einer Aussendung. „Dürfte der Lebensmittelhandel das bei ihm übliche Nonfood-Sortiment nicht mehr verkaufen, hätte das massive negative Folgen. So würden beispielsweise noch viele weitere heimische Arbeitsplätze verloren gehen, vor allem auch bei den österreichischen Vorlieferanten."

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Zudem seien die Mitarbeiter schon jetzt wegen all der Maßnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie mit Mund-Nasen-Masken, Gummihandschuhen, andauernden Desinfektionen, Plexiglasabtrennungen, Abstandsregeln, leeren Regalen nach Hamsterkäufen und verständlicherweise angespannten Kunden sehr gefordert.

Verändertes Sortiment führe zu Hamsterkäufen

„Kämen nun Absperrungen in den Märkten, weil ein Teil des gewohnten Sortiments nicht mehr verkauft werden dürfte, würde das sofort zu panikartigen Reaktionen bei Kunden führen", heißt es. Zudem befürchtet man teilweise Ignoranz durch die Kunden oder Diskussionen mit selbigen darüber, was nun gekauft werden darf und was nicht.

„,Kein Schulheft? Kein Spielzeug für Kinder, die zuhause betreut werden? Kein Fön, weil der alte kaputt ging? Kein kleiner Bund Tulpen, um die Wohnung, die nicht verlassen werden darf, freundlich zu gestalten?' Diese Diskussionen mit aufgebrachten Kunden würden die Mitarbeiter nun endgültig an den Rand der Kapazitäten bringen," fürchtet Egon Karabacek, Zentralbetriebsratsobmann der Spar.

Spar befürchtet Abwanderung zu Amazon

Viele der Nonfood-Produkte, vor allem im Pflanzenbereich, kämen bei Spar aus heimischen Betrieben. Weiters würde eine zusätzliche Abwanderung zum Online-Riesen Amazon die Folge sein. „Amazon hat bereits jetzt in vielen Bereichen einen enormen Marktanteil. Im Spielwarenbereich sind es etwa 50 Prozent. Sind die Kunden erst einmal dort, kommen sie nicht wieder. Die Konkurrenten und die allergrößte Gefahr, so Spar, sind hier also nicht österreichische Handelsunternehmen, sondern die internationalen perfekt organisierten Online-Händler.

Als heimisches Unternehmen zahle Spar Steuern in Österreich und schultere derzeit zusätzliche finanzielle Mehraufwände. „Die Millionen von Masken, die wir auf eigene Kosten hektisch am Weltmarkt beschaffen, die Desinfektionsmittel, die Handschuhe, Schilder, Zusatzpersonal, das alles kostet Millionen Euro", erklärt der Vorstandsvorsitzende Gerhard Drexel.

Er äußert Verständnis im Hinblick auf die heimische Konkurrenz. „Ich kann die Sorgen der anderen Händler verstehen, wir sind auch Händler und wissen, was diese Situation bedeutet. Aber ein Verkaufsverbot bei uns würde niemandem nützen, bei sachlicher Betrachtung auch nicht den anderen Händlern, es würde nur den Wirtschaftsstandort Österreich weiter schwächen", glaubt Drexel.

(APA)