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Großer Österreichische Staatspreis für Museumsquartier-Architekten

WIEN: CORONAVIRUS - SITUATION IM MUSEUMSQUARTIER
Blick ins Museumsquartier in Wien(c) APA (THOMAS RIEDER)
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Die Brüder Laurids und Manfred Ortner haben das Museumsquartier gestaltet. Nun werden sie für ihr künstlerisches Lebenswerk ausgezeichnet.

Die Architekten Laurids und Manfred Ortner erhalten den Großen Österreichischen Staatspreis für das Jahr 2020. Das gab Staatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) am Freitag bekannt. Die höchste Auszeichnung der Republik für ein künstlerisch herausragendes Lebenswerk ist mit 30.000 Euro dotiert und wird auf Vorschlag des Österreichischen Kunstsenats vergeben.

Die beiden aus Linz stammenden Architekten Laurids (78) und Manfred (76) Ortner sind heute vor allem für ihre Neugestaltung des Areals des heutigen Museumsquartiers (MQ) bekannt. 1990 gewannen sie den Architekturwettbewerb für die seit der Eröffnung 2001 zu den größten Kunst- und Kulturzentren weltweit zählende Anlage. Sie konzipierten hierfür das mumok - Museum moderner Kunst, die Kunsthalle Wien und nicht zuletzt das Leopold Museum, auf dessen Dach nach ihren Planungen derzeit mit der "Libelle" gerade ein neues MQ-Element entsteht.

Die beiden Brüder kooperieren bereits seit langem, war man doch nach dem Studium bereits von 1971 bis 1987 gemeinsam im Atelier Haus-Rucker-Co in Düsseldorf mit Günter Zamp Kelp tätig, bevor man 1987 gemeinsam das Architekturbüro Ortner & Ortner Baukunst in Düsseldorf ins Leben rief. Alsbald entstanden Ableger in Wien, aber auch in Berlin und Köln.

Archive, Kulturzentren, City Tower Wien 

Entsprechend breit aufgestellt ist denn auch das Oeuvre der beiden Baukünstler im deutschsprachigen Raum. In Dresden zeichnete man für die Sächsische Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek verantwortlich, für Zürich schuf man das Schiffbau - Theater und Kulturzentrum und im Duisburger Hafen mit dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen das größte Archivgebäude Deutschlands. Daneben etablierte sich Ortner & Ortner aber auch im scheinbar profanen Bürobausektor, wo man markante Bauten wie das Berliner ARD Hauptstadtstudio oder den City Tower Wien schuf.

"Ortner & Ortner Baukunst steht für eine Architektur, die - ohne Anbiederung - mit der Stadt, mit der historischen Substanz kommuniziert und auf ideologische Einschreibungen und Umbruchsituationen reagiert", begründete der Kunstsenat seine Wahl: "Die Fassaden aus z. B. Ziegel, Backstein oder Basalt und deren differenzierte Texturen sind ebenso immer neu gewählte Antworten auf den jeweiligen Ort."

Auch Kunst- und Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) lobte diese verbindende Arbeit der beiden Architekten: "Es gehört zu den besonderen Leistungen von Laurids und Manfred Ortner, dass sie es meisterhaft verstanden haben, architektonische Utopien synkretisch mit dem baulichen Erbe zu verbinden“, so Lunacek. „Sie erfanden eine architektonische Sprache des radikalen Antiradikalismus."

 

Großer Österreichischer Staatspreis

Der Große Österreichischen Staatspreis ist die höchstrangige Auszeichnung, die von der Republik Österreich einmal jährlich einem Künstler für hervorragende Leistungen verliehen wird.

Er wurde 1950 geschaffen und wird auf Vorschlag des Österreichischen Kunstsenats ohne festgelegtes Rotationsprinzip innerhalb der Sparten Literatur, Musik, bildende Kunst und Architektur für ein künstlerisches Lebenswerk vergeben. Seit 1971 wird der Preis, der zuvor jährlich in mehreren Sparten vergeben werden konnte, nur noch in einer Kategorie pro Jahr vergeben. Dotiert ist die Auszeichnung mit 30.000 Euro.

(APA)