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Geschichte

Stigmatisiert, entwürdigt und angefeindet

Gerhard Baader galt als „Mischling 1. Grades“. Der Historikerin Michaela Raggam-Blesch hat er von seinen Erfahrungen erzählt.
Gerhard Baader galt als „Mischling 1. Grades“. Der Historikerin Michaela Raggam-Blesch hat er von seinen Erfahrungen erzählt.(c) Privat
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Wiener „Mischehefamilien“ lebten zur Zeit des NS-Regimes oft in sozialer Isolation. Freunde und Nachbarn wandten sich ab.

Eine ganze Packung starker französischer Zigaretten rauchte Friedrich Kürt nach der im Radio übertragenen Abschiedsrede von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg am Tag des „Anschlusses“. Seiner Tochter, der 1925 geborenen Liselotte Kürt, erschloss sich der Zusammenhang erst am nächsten Tag: Bis dahin hatte sie nichts von der jüdischen Herkunft des Vaters geahnt – und damit war sie nicht allein. Im Gegenteil. Aufgrund ihrer dunkelblonden Zöpfe war sie die Lieblingsschülerin ihrer nationalsozialistischen Lehrerin und wurde von älteren Mitschülerinnen beinahe für eine illegale NS-Organisation rekrutiert.