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Coronavirus

Anschober: Spitalskapazitäten "auf der relativ sicheren Seite"

SALZBURG: CORONAVIRUS - COVID-19-SPITAL IM UNIKLINIKUM
Österreich ist gerüstet - positive Nachrichten gibt es jedenfalls angesichts der derzeit nur leicht ansteigenden Fallzahlen. Im Bild das Covid-Zelt vor dem Salzburger Universitätsklinikum (Archivbild)APA/BARBARA GINDL
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Das Gesundheitsministerium rechnet mit einem moderaten Anstieg der Coronavirus-Infektionen kommende Woche. Dennoch: Für eine Osterfeier bestehe „kein Spielraum“. Man rechnet mit einer Zunahme bei den Intensivpatienten.

Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass die Zahl der bekannten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in den nächsten Tagen nur noch moderat steigt. Als positiv wertete Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag auch, dass die Zahl der an Covid-19-Erkrankten in Spitälern aktuell nur leicht wächst. In der kommenden Woche sei man damit "auf der relativ sicheren Seite".

Dennoch appellierte Anschober an die Bevölkerung, trotz der zuletzt positiven Entwicklung diszipliniert zu bleiben. "Sonst kann uns alles kippen", so der Minister. Niemand dürfe glauben, jetzt schon wieder zum Fußballspielen oder ins Wirtshaus gehen zu können: "Wir entscheiden heute mit unserem Handeln darüber, wie es im Spital in zwei Wochen aussieht." Und: "Da ist kein Spielraum drinnen für eine Osterfeier."

Aktuell über 1000 Intensiv-Betten frei

Der von Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, vorgetragenen Prognose zufolge soll die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen bis kommenden Freitag von aktuell über 11.000 auf rund 14.000 anwachsen. Erwartet werden etwa 800 bis 1200 Patientinnen und Patienten mit dem Coronavirus im Spital sowie "unter 300" Personen, die intensivmedizinische Behandlung benötigen.

Die einschlägigen Kapazitätsgrenzen der österreichischen Krankenhäuser werden laut Anschober somit nicht erreicht. Denn in Summe gibt es etwa 41.500 Spitalsbetten (davon etwas über die Hälfte frei) und über 2200 Intensivbetten (davon über 1000 frei). Dies auch deshalb, weil laut Ostermann bewusst Kapazitäten neu geschaffen bzw. frei gemacht wurden. So habe man etwa nicht notwendige Operationen verschoben.

„Weit noch nicht dort, wo wir hin wollen“ 

"Aus heutiger Sicht - Status quo - können wir sagen, wir sind auf der sicheren Seite, was die nächsten Tage betrifft", sieht Anschober eine "erste Hoffnungsperspektive". Dennoch müsse man "konsequent dranbleiben" und den Mindestabstand zu anderen Personen einhalten, damit die Infektionen nicht wieder stärker ansteigen.

Unterschiedliche Angaben von Bund und Ländern über die für Covid-19-Patienten verfügbaren Beatmungsgeräte begründete Ostermann einerseits mit unterschiedlichen Meldezeitpunkten. Andererseits gebe es auch gewisse Spielräume, weshalb die Zahlen schwer punktgenau festgelegt werden könnten. Er geht aktuell von etwa 3000 Geräten aus (davon die Hälfte frei).

Dass er im Fall einer raschen und positiven Bewältigung der Krise als Panikmacher kritisiert werden könnte, befürchtet Anschober nach eigenem Bekunden nicht. Er wäre natürlich froh, wenn die frei stehenden Spitalsbetten gar nicht benötigt würden, so der Minister, aber: "Ich warne total davor, auf Basis von ein paar hoffnungsvollen Zahlen zu sagen, wir haben das schon gepackt. Wir sind weit noch nicht dort, wo wir hin wollen."

Anschober pocht auf Eigenproduktion in Europa

Anschober sieht zwar keine akuten Lieferengpässe bei Schmerzmitteln - sollte es aber weiterhin Lieferschwierigkeiten geben, sei "es eine Frage der Zeit, dass Engpässe entstehen werden, wenn aus Indien weniger Produkte kommen". Letztlich sei man bei den Medikamenten in derselben Situation wie bei Schutzbekleidung, weil sich Europa von ausgelagerter Produktion abhängig gemacht habe, sagte Anschober in einer Pressekonferenz am Freitag. Daher brauche es eine "europäische Strategie der Eigenproduktion".

Zurückgewiesen wurde von Anschober ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach die EU-Kommission schon im Jänner eine koordinierte Beschaffung von Test- und Schutzausrüstungen vorgeschlagen hat, die EU-Gesundheitsminister das aber abgelehnt hätten. Österreich habe immer Wert darauf gelegt, "dass wir europäische Programme brauchen".

(APA)