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Handelsgericht lässt dritte Sammelklage gegen AWD zu

THEMENBILD: FINANZDIENSTLEISTER AWD
(c) APA (Barbara Gindl)
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Das Handelsgericht Wien lässt die dritte Sammelklage des Vereins für Konsumenteninformation gegen den Finanzdienstleister AWD zu. Es geht um 1300 Schadenersatzforderungen im Gesamtwert von rund 21 Millionen Euro.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) darf gegen den Finanzdienstleister AWD die dritte Sammelklage einbringen. Das entschied das Handelsgericht Wien.

Der Richtersenat unter Vorsitz von Andreas Pablik hatte heute zunächst versucht, die Streitparteien zu einer außergerichtlichen Lösung zu bewegen. "Was gäbe es Schöneres als eine gemeinsame Pressekonferenz von VKI und AWD: Wir haben uns geeinigt." Die Parteien konnten sich aber erneut nicht auf eine außergerichtliche Lösung verständigen, weshalb die Fälle nun vor Gericht verhandelt werden.

1300 Geschädigte, 21 Millionen Euro

Diesmal geht es um 1300 Schadenersatzforderungen von Anlegern, der Streitwert beträgt rund 21 Millionen Euro. Der VKI wirft dem AWD vor, seine Kunden beim Verkauf von Immofinanz- und Immoeastaktien systematisch fehlberaten zu haben. An der Verhandlung durften die mutmaßlich Geschädigten und deren Berater nicht teilnehmen. Denn sie fungieren im Prozess nur als Zeugen.  

Gesamt fünf Sammelklagen

Der VKI hat gegen den AWD insgesamt fünf Sammelklagen für rund 2.500 mutmaßlich Geschädigte mit einem Streitwert von etwa 40 Millionen Euro eingebracht. Der Finanzdienstleister hat die Vorwürfe, "konservativen Sparbuchsparern" Immofinanz- und Immoeastaktien als "so sicher wie ein Sparbuch" verkauft zu haben, stets zurückgewiesen und darauf gepocht, sich alle Fälle einzeln ansehen zu wollen.

Erster Prozess im Herbst

Die Entscheidung über die erste Sammelklage, die laut VKI-Chefjurist Peter Kolba nun endgültig für zulässig erklärt wurde, war im November 2009 schriftlich ergangen. Der AWD hat damals Rekurs eingelegt und sich vehement gegen die Form der Sammelklage, also die Abtretung der Ansprüche der Anleger an den VKI und die Klage in Form einer Klagshäufung, gewehrt. Die erste Verhandlung zur Sammelklage I, in der das Prozessprogramm festgelegt wird, findet am 14. September statt. Anleger, die vor dem 1. Jänner 1940 geboren sind, sollen als erste vernommen werden.

AWD: Zulassung sagt nicht über Inhalt aus

AWD stellt in einer Aussendung fest, dass der Zulassung der Klage nichts über die inhaltliche Richtigkeit der vom VKI erhobenen Vorwürfe ausgesagt wird.

(Ag./Red)