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Schönbrunn ohne Gäste: Schloss rüstet digital auf

Leerer Schlosshof, gesperrtes Schloss Schönbrunn: Viele Mitarbeiter arbeiten aber weiter, ein kleines Team dreht derzeit etwa Filme, die unbekannte Einblicke in das Schloss ermöglichen sollen.
Leerer Schlosshof, gesperrtes Schloss Schönbrunn: Viele Mitarbeiter arbeiten aber weiter, ein kleines Team dreht derzeit etwa Filme, die unbekannte Einblicke in das Schloss ermöglichen sollen.(c) Die Presse/Clemens Fabry
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Wiens wichtigster Touristen-Hotspot ist geschlossen – das Team dreht Filme, das Arrival Center wird weiter gebaut.

Wien. So leer und still kennt Petra Reiner das Schloss Schönbrunn und den riesigen Schlosspark sonst nur, wenn sie sehr früh zu arbeiten beginnt. Oder besonders lange im Büro bleibt. Blickt die Sprecherin der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschft (SKB) aber derzeit tagsüber aus ihrem Bürofenster, sieht sie niemanden weit und breit.
Der Ehrenhof, wo derzeit der Ostermarkt für besonders viel Andrang sorgen würde: Verwaist. Dieser ungewöhnliche Anblick von Wiens wichtigster Touristenattraktion ganz ohne Besucher, ganz ohne Jogger und Spaziergänger, ganz ohne Menschentrauben, die sich langsam hinauf zur Gloriette bewegen, „nimmt aber nichts von der Schönheit weg“, sagt sie.

Oft ist Reiner derzeit ohnehin nicht im Schloss, denn auch die SKB – zu der auch das Hofmobiliendepot, die Kaiserapartments und das Sisi-Museum in der Hofburg sowie Schloss Hof und Schloss Niederweiden in Niederösterreich gehören – setzt dort, wo es möglich ist, auf Homeoffice.
Ganz leer ist das Schloss natürlich nicht: Das Sicherheitspersonal und einige Mitarbeiter sind anwesend, auch auf Schloss Hof sind Gärtner und Tierpfleger weiter im Einsatz und versorgen die Social-Media-Kanäle mit Fotos des erblühenden Schlossgartens oder dem Nachwuchs bei Schafen und Eseln.

Ein Großteil der 460 Mitarbeiter der SKB ist allerdings ab 4. April zur Kurzarbeit angemeldet, vorrangig jene, die an der Kassa oder in den Shops tätig sind.

Und der Rest? Ist, wenn auch nicht physisch im Schloss anwesend, so doch keinesfalls tatenlos, erzählt Reiner, denn es gebe viel zu tun: Sonderveranstaltungen müssen nun um- und neugeplant, Ausstellungen (wie die Sisi-Wanderausstellung, die derzeit im Schloss Hof hätte gezeigt werden sollen) verschoben werden und auch in Coronazeiten (oder vielmehr: gerade dann) braucht ein großer Touristenmagnet wie das Schloss Schönbrunn eine Marketingoffensive.

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