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Glosse

Rare Ware, unnötig vergeudet

Aus Ordinationen, Pflege- und Seniorenwohnheimen oder anderen Einrichtungen reißen die Hilferufe nicht ab.

Schutzmasken? Die, die ihren Träger tatsächlich vor Infektionen schützen, sind schwer zu bekommen, auch einfache Mund-Nase-Masken sind Mangelware. Wo könnte man sie bloß finden?

Im Mist. Tausendfach, entsorgt nach ein paar Minuten Tragen im Supermarkt. Bilder von Mistkübeln voll Masken vor Geschäften oder weggeworfenen Einmal-Masken und Latexhandschuhen, die ganze Einkaufswagerl-Stellflächen bedecken, machen via Social Media die Runde – und sorgen für Unverständnis. Was gratis verteilt wird, das wird offenbar auch nicht geachtet, wenn es andernorts dringend gebraucht würde. Aufrufe, Masken mehrmals zu nutzen (das muss sogar medizinisches Personal) blieben oft ungehört, wie die Anregung, selbst für Behelfsschutz aus Tüchern oder Selbstgenähtem zu sorgen. Warum nicht mit einem Kostenbeitrag umsichtigeren Umgang anregen? Dass diese Krise auch Kreativität, Selbstverantwortung und viele Eigeninitiativen hervorbringt, die helfen, durch diese Zeit zu kommen, das haben die vergangenen Wochen ja gezeigt. 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.04.2020)