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Coronavirus

Italien rechnet mit weiteren "schwierigen Monaten"

Outbreak of the coronavirus disease (COVID-19) in Milan
Frau beim Spaziergang durch Mailand (Archivbild)REUTERS
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Die Covid-Zahlen im schwerst betroffenen Italien sinken zwar, dennoch sei die Situation weiterhin dramatisch, sagt der Gesundheitsminister. In China steigen die Fallzahlen wieder an.

Trotz sinkender Epidemiezahlen rechnet die italienische Regierung weiter mit harten Zeiten in der Coronavirus-Krise. "Wir müssen die Wahrheit sagen: Die Situation ist weiterhin dramatisch. Der Notstand ist nicht zu Ende, die Gefahr ist nicht verbannt. Auf uns warten noch schwierige Monate", sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza.

"Wir müssen die Bedingungen schaffen, damit wir mit diesem Virus zusammenleben können, zumindest bis ein Impfstoff oder eine Therapie gefunden wird", sagte Speranza im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera". Die Regierung arbeite an einem Fünf-Punkte-Plan für die öffentliche Gesundheit. Prioritär sei dabei die soziale Distanz am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit.

„Ohne Disziplin alle Opfer nutzlos gewesen“ 

Der Plan sieht unter anderem die Stärkung des lokalen Gesundheitsnetzes, sowie den Ausbau der Covid-Krankenhäuser vor. Auch wenn die Zahl der Neuinfizierten zurückgehen sollte, soll die heutige Zahl der Plätze in den Covid-Krankenhäusern erhalten bleiben, da eine Rückkehr der Epidemie nicht auszuschließen sei, erklärte Speranza. Hinzu sollen mehr Abstriche genommen werden, um zu begreifen, wie viele Italiener sich angesteckt haben. Geplant ist auch eine intensivere Heimbehandlung von Covid-Patienten.

Speranza begrüßte die sinkende Zahl von Patienten auf den Intensivstationen. "Das ist wichtig, damit unsere Krankenhäuser verschnaufen können. Außerdem bremst die Zahl der Neuinfektionen. Bis vor wenigen Wochen steckte ein Infizierter drei Personen an, jetzt nur noch einen", sagte der Minister. Er rief zur Einhaltung der Vorschriften ein: "Ohne Disziplin können alle bisher gemachten Opfer nutzlos gewesen sein."

China meldet steigende Neuinfektionen

Im ebenfalls stark betroffenen China steigen die Fallzahlen mittlerweile wieder an. 30 neue Coronavirus-Fälle wurden am Sonntag gemeldet - und damit mehr als in den Tagen zuvor. 25 davon betreffen Reisende, die aus dem Ausland ankamen, wie die nationale Gesundheitskommission mitteilte. Am Tag zuvor waren es 19 neue Fälle. Die Gesamtzahl der Infektionen auf dem chinesischen Festland beläuft sich den Behörden zufolge nun auf 81.669. Die Zahl der Todesopfer stieg um drei auf 3329.

Weltweit gibt es mittlerweile mehr als 1,2 Millionen positiv auf das Coronavirus getestete Menschen, rund 65.000 starben. Rund 250.000 sind laut der Universität Johns Hopkins bereits wieder genesen.

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation.

(Ag.)