Eine beispiellose Osterzeit heuer in Jerusalem.
„Dass zu den Osterfeierlichkeiten keine Pilger in Jerusalem waren – also das gab es vielleicht noch nie. Selbst in Zeiten von Kriegen und anderer Krankheiten konnten Gebete im Rahmen einer großen Gemeinschaft stattfinden.“ Auch für Wadie Abunassar, Medienberater und Sprecher der katholischen Bischöfe des Heiligen Landes, ist die Lage also aktuell außerordentlich, wie er in einer telefonischen Pressekonferenz sagt: „Es ist ein historisches Tief.“
Normalerweise pilgern zu Ostern Tausende nach Jerusalem, ziehen am Palmsonntag mit Palmzweigen über den Ölberg zur Kirche St. Anna in der Altstadt, am Karfreitag dann dicht gedrängt über das Pflaster der Via Dolorosa, verfolgen gemeinsam den Leidensweg Christi – einige mit Holzkreuzen auf dem Rücken. Doch heuer erschüttert Corona die Welt und Jerusalems Altstadt bleibt am höchsten Feiertag der Christen leer. Alle Prozessionen und Aktivitäten unter freiem Himmel sind abgesagt. Ohnehin könnten keine Pilger kommen, denn Israel hatte schon früh drastische Maßnahmen ergriffen. Seit 18. März dürfen Ausländer außer mit Sondergenehmigung nicht mehr einreisen. Passagierflugzeuge landen so gut wie gar nicht mehr.