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Marktbericht

Wiener Büromarkt: Vermietungen durch Corona-Krise deutlich gesunken

Experten von Otto Immobilien rechnen mit dem Verlust eines Quartals.

Die Folgen der Corona-Pandemie treffen auch den Wiener
Büromarkt: Bei der Vermietung von Büroflächen in der Bundeshauptstadt
ist nach Einschätzung der Experten von Otto Immobilien heuer mit dem
Verlust eines durchschnittlichen Quartals zu rechnen. Die
Gesamtvermietung würde sich dadurch auf rund 130.000 Quadratmeter verringern, im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 200.000 Quadratmeter. Dies geht aus einem Preview zum aktuellen Wiener Büro- und Investmentmarktbericht, den Otto Immobilien als Gesamtausgabe am 16. April veröffentlicht.

Investment weniger stark betroffen  

Am Büroinvestmentmarkt fallen die Auswirkungen der Corona-Krise im
Vergleich zu anderen Assetklassen wie Hotel oder Retail weniger
deutlich aus. „Zwar befinden sich fast alle Transaktionen aus
operativen Gründen auf „on hold“, die meisten Investoren gehen aber
von einer zeitlichen Befristung der Situation aus“, berichtet
Christoph Lukaschek, Leiter Investment bei Otto
Immobilien. Zum vollständigen Abbruch von Transaktionen sei es bisher
nur in absoluten Ausnahmefällen gekommen.

Das Investmentjahr 2020 hatte, ausgenommen im Bürobereich, im ersten Quartal mit einem Gesamtumsatz von insgesamt 410 Mio. Euro noch gut gestartet. Im ersten Quartal bis zum vorläufigen Ende des Transaktionsgeschäftes Ende März, waren Transaktionen in der Höhe von
79 Mio. Euro zu vermelden.

Das Jahr 2019 war nach Recherchen von Otto Immobilien mit einem
Gesamtvolumen von 5,4 Mrd. Euro ein gutes Investmentjahr, mit
Spitzenrenditen im Bürobereich von 3,5 Prozent.

Neubauleistung heuer stärker

Die Neubauleistung im Jahr 2020 wird laut Marktbericht mit 155.200
Quadratmetern wieder stark zunehmen - nach einem Rekordtief im Vorjahr von 36.400 Quadratmetern. Von den neuen Flächen sind im ersten Quartal bereits rund 86.000 Quadratmeter (55 Prozent) vorvermietet bzw. eigengenutzt und stehen nicht mehr
zur Verfügung, berichtet Martin Denner, Teamleiter Immobilien
Research.

Die Fertigstellungen heuer liegen in den Submärkten
Wienerberg, Hauptbahnhof, Airportcity und Innere Bezirke. So werden unter anderem Die Bauteile 1 und 2 des Quartier
Belvedere am Hauptbahnhof, sowie der Office Park 4 am Flughafen
fertig. Am Wienerberg wird mit „The Brick“ ebenfalls ein Projekt mit
über 10.000 Quadratmetern Bürofläche fertiggestellt.

2021 konzentrieren sich die Fertigstellungen auf den Submarkt Prater/Lassallestraße, wo in direkter Nähe zum Bahnhof Praterstern fast 70.000 Quadratmeter Bürofläche generalsaniert werden.

Mieten stabil

Im Jahr 2019 haben sich die Mietpreise in den verschiedenen
Submärkten unterschiedlich entwickelt, heißt es im Marktbericht
weiter.  „Die erzielten Spitzenmieten sind in der Wiener Innenstadt mit netto 26,25 Euro pro Quadratmeter und Monat stabil geblieben.“,  so Steven Bill Scheffler. In den restlichen inneren Bezirken haben die Preise bei knapp verfügbaren hochwertigen Flächen bereits angezogen und die
Einstiegspreise befinden sich derzeit bei rund 13,50 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittlichen Angebotsmieten sind im Herbst mit 14,50 Euro pro Quadratmeter konstant geblieben.