Interview

Das Fasten - ein Frühjahrsputz für den Körper

Fasten ist der Anstoß für den Jungzelleneffekt, ist Molekularbiologe Stekovic überzeugt. Altes, verbrauchtes Material wird dadurch entsorgt, junges, unverbrauchtes kann entstehen. Warum es nicht nur in der Zeit vor Ostern äußerst sinnvoll ist zu fasten.

"Die Presse": Fasten ist ein Erbe aus der Steinzeit, evolutionstheoretisch sollten wir eigentlich alle fasten. Vor rund 150 Jahren haben wir es aus den Augen verloren, heute besteht allerdings wieder ein regelrechter Hype darum. Wie kam es dazu?

Slaven Stekovic: Wir sehen zum Beispiel über verschiedene soziale Medien, dass Gesundheit in unserer Gesellschaft immer wichtiger wird. Das ist wahrscheinlich ein Nebeneffekt unserer Überflussgesellschaft. In den letzten Jahrzehnten haben wir immer mehr Eigentum und Wohlstand erreicht, den wollen wir uns dann natürlich möglichst lange behalten. Daher rührt auch dieser Hype um verschiedene gesundheitsrelevante Themen. Fasten an sich ist eine relativ rudimentäre, ich sage jetzt ganz plakativ, eine relativ primitive Methode, um Gesundheit zu fördern. Dadurch hat es relativ wenig Aufmerksamkeit erweckt in den letzten Jahrzehnten, bis ungefähr zum Beginn des 21. Jahrhunderts, wo wir dann plötzlich durch neue Erkenntnisse und neue Technologien neue Möglichkeiten bekommen haben, in die Zelle hineinzuschauen. Wir haben den Effekt der Autophagie und viele weiteren positive Effekte des Fastens genauer erklären können.

"Autophagie" heißt wörtlich übersetzt "sich selbst verzehren". Erklären Sie einem Laien wie mir: Was steckt tatsächlich dahinter?