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iPhone 4: Software-Update wird Antennenprobleme nicht beheben

USA ECONOMY APPLE iPHONE 4
(c) EPA (Daniel Barry)
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Dass der Empfang einreißt und Gespräche abbrechen, könne auch das geplante Update nicht verhindern, sagt Apples Kundenabteilung. Immer mehr Stimmen werden laut, dass das iPhone 4 falsch entwickelt wurde.

Dass das neue iPhone 4 ein Problem mit abbbrechenden Gesprächen und einreißendem Empfang hat, ist inzwischen weithin bekannt. Während Apples PR-Abteilung das Problem nur am Rande streift und stattdessen ein Software-Update für die korrektere Darstellung der Signalstärke anpreist, spricht die hauseigene Kundensupport-Abteilung eine andere Sprache. Blogger von Gizmodo riefen mehrmals bei AppleCare an und gaben sich als Kunden mit Empfangsproblemen aus. Die Antwort fiel bei jedem Anruf gleich aus: Das kommende Software-Update wird (wie weithin erwartet) das Problem nicht beheben.

Antennenproblem bei Griff mit links

Indirekt bestätigt Apple damit, dass das iPhone 4 ein Designproblem besitzt. Apple hat es so entworfen, dass die Edelstahl-Außenseiten als Antennen dienen. Das verbessert laut Tests tatsächlich den Empfang. Allerdings nur, solange man das Gerät nicht auf eine bestimmte Weise in der linken Hand hält. Bedeckt die Haut einen kleinen schwarzen Streifen auf der linken Seite des Geräts, bricht der Empfang messbar ein. Apple hat das Problem bestätigt, erklärte aber lediglich, dass Kunden das Gerät anders halten oder sich eine Schützhülle für 30 US-Dollar kaufen sollen.

Design-Fehler in Kauf genommen?

"Eine Metall-Antenne um ein Telefon zu wickeln schreit nach Problemen", ist Gordon Cook, ehemaliger Funk-Techniker für HP Medical überzeugt. Apple habe zu spät bemerkt, was für ein großes Problem hier besteht und lieber die Kundenbeschwerden in Kauf genommen als den Liefertermin zu verschieben. Den Versuch, das Problem per Software zu beheben, bezeichnet er als "kosmetische" Reparatur. Auch die Tester von Anandtech, die das Antennenproblem nachgemessen haben, werfen Apple vor, ihre Geräte nicht ausreichend zu testen. Das Problem hätte viel früher im Entwicklungsprozess auffallen müssen, sind die Tester überzeugt. Auf Neowin wird das Antennenproblem schon mit dem blamablen "Red Ring of Death", den frühe Modelle der Microsoft-Spielkonsole Xbox 360 aufwiesen, verglichen. Durch unpassende Hardware neigte die Konsole leicht dazu, zu überhitzen.

Sammelklagen gegen Apple

In diese Kerbe schlagen auch diverse unzufriedene Kunden, die Apple und auch den US-Exklusivanbieter AT&T mit Sammelklagen eindecken. In mehreren US-Bundesstaaten wurden entsprechende Verfahren bereits angestrengt. Die Kunden beschuldigen Apple, wissentlich ein defektes Gerät in Umlauf gebracht zu haben. Nichtsdestotrotz hat Apple allein am ersten Verkaufswochenende mehr als 1,7 Millionen Stück des iPhone 4 absetzen können. Österreichische Kunden müssen noch warten. Ein offizieller Verkaufsstart wurde noch nicht genannt, soll aber noch im Juli stattfinden. Gerüchte zu einem möglichen Termin konnten bislang nicht bestätigt werden.

(db)