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Marine

Coronaverdacht auf französischem Flugzeugträger

Die Charles de Gaulle Ende März vor der dänischen Küste.imago images/Ritzau Scanpix
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Vier Dutzend Verdachtsfälle erzwingen den Abbruch einer mehrmonatigen Fahrt der Charles de Gaulle, des Flaggschiffs der Marine nationale. Das Virus dürfte während eines Stopps vor Brest in der Bretagne an Bord gekommen sein.

Nach dem Ausbruch von Corona auf mehreren Kriegsschiffen der U.S. Navy, darunter allen beiden im Westpazifik liegenden großen Flugzeugträgern USS „Theodore Roosevelt" und „Ronald Reagan", dürfte nun auch Frankreichs Marine infiziert sein: Deren Flaggschiff, der Träger „Charles de Gaulle", brach dieser Tage eine Fahrt im Atlantik ab und setzte Kurs auf den Kriegshafen Toulon in Südfrankreich, nachdem bei etwa vier Dutzend Personen an Bord Anzeichen von Covid-19 erkannt worden waren. Das Schiff soll in den nächsten paar Tagen dort eintreffen.

Laut französischen Medien sind aktuell etwa 1760 Mann und 20 Kampfflugzeuge an Bord des nuklear betriebenen Trägers. Das Durchschnittsalter der Mannschaft betrage 30 Jahre, es gebe bisher keine schweren Verlaufsformen.

Die 2001 in Dienst gestellte Charles de Gaulle war am 21. Jänner von Toulon ins östliche Mittelmeer ausgelaufen, zu Einsätzen im Rahmen der „Opération Chammal" gegen islamistische Terrorgruppen in Syrien und im Irak. Anfang März fuhr sie zu Manövern in den Atlantik und die Ostsee und ankerte Mitte März drei Tage vor Brest (Bretagne). Ihre Rückkehr nach Toulon war für 23. April geplant gewesen. Wegen des Corona-Ausbruchs mied die Charles de Gaulle das Anlaufen mehrerer fremder Häfen, darunter von Aarhus in Dänemark. 

Bereits vor drei Wochen, während des Aufenthaltes vor Brest, seien die ersten Corona-Verdachtsfälle aufgetreten, heißt es. Man nimmt an, dass das Virus durch Crewmitglieder an Land „eingefangen" worden war oder Personal des Hafens von Brest es an Bord gebracht hat.

(Reuters/wg)