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Entrepreneurship

Unternehmer werden im Expresstempo

WU WIEN
WU WIEN(c) PEROUTKA Guenther / WB (Guenther PEROUTKA /WB)
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Studierende und Schüler können die Osterferien nützen, um ihren Sinn für Unternehmertum bei der Business-Case-Challenge unter Beweis zu stellen und Praktika zu gewinnen.

In jeder Krise steckt eine Chance.“ Damit sprechen sich dieser Tage viele Unternehmer Mut zu. Sie müssen mit den Herausforderungen der Corona-Krise ebenso umgehen wie private Weiterbildungsanbieter, Fachhochschulen und Universitäten. Deren Antwort lautet: Online-Teaching statt Präsenzunterricht. Zum Teil auch kostenlos.

So macht etwa der Bereich „International Business“ der Wiener Wirtschaftsuniversität Teile des Curriculums öffentlich. Für die eigenen Studierenden und auch, um Externe für das Unternehmertum zu begeistern. „Wir machen aus der Not eine Tugend und wollen die Betriebswirtschaftslehre und gerade die für Österreich so wichtige Internationalisierung mit praktischen Beispielen für Externe erlebbar machen“, sagt Institutsleiter Jonas Puck.

Unternehmer Michael Tojner, der selbst in diesem Semester am Institut für International Business unterrichtet, hatte den Ball ins Rollen gebracht: „Seit 20 Jahren arbeite ich mit WU-Studierenden an Business-Cases, um eine Brücke von der Theorie in die Praxis zu schlagen. Die Studierenden nehmen das gut an, weil sie verstehen, dass sie durch die praktischen Beispiele besonders auf die Zeit nach dem Studium vorbereitet werden.“

Relevante Anwendungen finden

Das Ergebnis ist eine Kooperation der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien) mit Batteriehersteller Varta AG und der Tageszeitung „Die Presse“. Gemeinsam bieten die Partner ein Online-Seminar zum Thema „Internationales Unternehmertum“ an. Und schreiben die Business-Case-Challenge aus. Gefragt ist, Business Cases für den Batteriehersteller Varta zu entwickeln – auf Beginner-Niveau (Oberstufenschüler sowie jüngere oder fachfremde Studierende) und Advanced-Niveau (fortgeschrittene Studierende).

Es gehe darum, formuliert Michael Tojner, nachzudenken, welche Produkte einerseits nach der Corona-Krise von Relevanz sein können und andererseits darüber, was nach den Hearables, also den Smarten Kopfhörern, Anwendungsbereiche für Batterien sein könnten. Und außerdem zu überlegen, wie der Markt für derartige Produkte aussehen kann. Gesucht sind nicht nur Anwendungen, in denen hohe Stückzahlen gebraucht werden, sondern auch Nischenprodukte, die unter Umständen profitabler sind, weil der Wettbewerb überschaubarer ist.

Die Inhalte der Business-Case-Challenge samt den ausführlichen theoretischen Grundlagen für die Erarbeitung eines mehrseitigen Business-Cases sind unter www.businesscase.at abrufbar. Einreichschluss ist der 10. Mai, 23.55 Uhr. Die Einreichungen werden dann von einer hochkarätig besetzten Jury bewertet. Zu gewinnen gibt es neben Sachpreisen vor allem die große Chance, sich bei einem exklusiven Praktikum bei Varta, Montana, KTM oder anderen Unternehmen die ersten Sporen als Entrepreneur zu verdienen.

Theorie und Praxis verbinden

Die Wirtschaftswissenschaften, so die Idee von Puck und Tojner, sollen damit breiter für künftige Studierende sowie Studierende anderer Fachrichtungen geöffnet werden. Gleichzeitig sollen motivierte Studierende einen völlig neuen Weg der universitären Lehre kennenlernen, bei dem Wissenschaft und Praxis auch erfolgreich online kooperieren.

Puck sieht in der aktuellen Corona-Krise auch eine große Chance, neue Wege zu gehen: „Sowohl konkrete Online-Angebote als auch die enge Kooperation von Theorie und Praxis stecken oft noch in den Kinderschuhen.“ Die Business-Case-Challenge soll der Startschuss sein, dass sich das nun ändert. Und, wie Puck sagt, auch Zielgruppen abseits der WU erreichen.

„Internationales Unternehmertum ist eine große Herausforderung, und ich möchte in Österreich junge Potenziale finden und fördern. Sie sind die Entrepreneure von morgen und sollen das Rüstzeug haben, um international erfolgreich zu sein“, sagt Tojner. „Ich engagiere mich schon sehr lange an der Wirtschaftsuniversität und möchte nicht nur meine Erfahrungen weitergeben, sondern sie als Initialzünder für viele neue Ideen und Konzepte einbringen.“

Auf einen Blick

Business-Case-Challenge. Gesucht sind Ideen zur Bewältigung der aktuellen Krise (Beginner) bzw. kreativen Ideen für ein Neuprodukt der Varta AG verpackt in einen Businessplan. Alle relevanten Unterlagen rund um die Entwicklung und Analyse einer Geschäftsidee (Produkt, Markt, Finanzierung) und Informationen zur Challenge finden sich unter www.businesscase.at
Einreichung bis 10. Mai 2020, 23.55 Uhr.

Compliance-Hinweis: Die Business-Challenge ist eine Initiative von Wirtschaftsuniversität Wien und Varta AG in Medienkooperation mit der „Presse“.


[QCIGC]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2020)