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Integration

Habibi & Hawara sucht Freunde

Das Habibi & Hawara im Nordbahnviertel(c) Tim Dornaus
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Das Lokal gründet einen Verein zur Unterstützung seiner sozialen Mission - und plant neue Standorte in der Seestadt und im Cape 10.

Ja natürlich, die aktuellen Geschehnisse haben auch vor dem Habibi & Hawara nicht haltgemacht – auch wenn man mit einem neuen Lieferservice schnell reagiert hat. Sowohl von den Standorten Wipplingerstraße und Nordbahnstraße als auch von zwei angemieteten Küchen im vierten und 18. Bezirk aus wird seither österreichisch-orientalisches Essen ausgeliefert (Küchen im 14. und jenseits der Donau werden übrigens noch gesucht).
Allein, all das decke bei Weitem nicht die Kosten, sagt Gründer Martin Rohla. Und greift zurück auf die Entstehungsgeschichte des Restaurants, das infolge der Flüchtlingskrise ersonnen wurde, um Geflüchtete nicht nur zu beschäftigen, sondern auch an Unternehmertum heranzuführen und so zu integrieren (die ersten Mitarbeiter wurden vor ein paar Monaten am Unternehmen beteiligt). Erdacht wurde das Konzept damals nämlich vom Verein Hosten statt Posten: Aktiv Gastgeber werden, statt sich in den sozialen Medien zu verkriechen, war damals die Devise. Nun, angesichts der nächsten Krise, wird dieser Verein umgemodelt und erweitert: Habibi & Hawara Family & Friends sucht als „Verein zur Unterstützung unserer sozialen Mission“ nun dringend all jene Menschen, die die Idee (und/oder das Essen) bisher gut gefunden haben und nun durch eine Mitgliedschaft den Verein unterstützen würden.
Mit der Idee, sagt Rohla („Zwei Minuten, zwei Millionen“, Stadtflucht Bergmühle, Cobenzl), sei er ohnehin schon schwanger gegangen; nun sei der Zeitpunkt da, sie zu realisieren. Für die (günstigste) „Bussi Membership“ (Einschreibegebühr 290 Euro plus zehn Euro pro Monat) gibt es u. a. bei jedem Besuch ein Glas Frizzante für vier, zehn Schnuppermitgliedschaften in der Stadtflucht Bergmühle, Vorträge und ein Vereinsjahresfest. Mit dem Geld soll auch ein dringend nötiger Sprachtrainer bezahlt werden.

Pläne für Seestadt, Cape 10

Sonst war das Konzept zuletzt gut unterwegs. Kommenden Donnerstag hätte der dritte Standort in der Siebensterngasse eröffnen und das neue Kochbuch präsentiert werden sollen. Zudem gebe es konkrete Pläne für weitere Filialen in der Seestadt, im Cape 10 im Sonnwendviertel sowie in Heiligenstadt. Ohne Hilfe, sagt Rohla, sei all das nun gefährdet. (red.)

 www.habibi.at/verein