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Interview

„China hat schon immer Statistiken gefälscht“

Liebesgrüße aus Peking: Arbeiter entladen eine Lieferung chinesischen Medizinmaterials am Budapester Flughafen.
Liebesgrüße aus Peking: Arbeiter entladen eine Lieferung chinesischen Medizinmaterials am Budapester Flughafen.APA/AFP/POOL/GERGELY BOTAR
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Die gebürtige Hongkongerin und China-Expertin Didi Kirsten Tatlow befasst sich seit Jahrzehnten mit der Desinformationspolitik Pekings. Sie warnt: Die KP versuche, die Pandemie für ihren Ethnonationalismus zu missbrauchen.

Die Presse: Wann haben Sie zum ersten Mal von Covid-19 gehört?

Didi Kirsten Tatlow: Eine sehr gute Frage. Sie zeigt uns nämlich, wieso die Art, wie die chinesische Regierung dieses Thema spielt, so problematisch ist. Erstmals hörte ich davon Anfang Dezember. Da erschienen in den chinesischen sozialen Medien Meldungen über eine „komische Grippe“ in Wuhan. Ich dachte mir sofort: oje, großes Problem. Ich war nämlich 2003 während des Sars-Ausbruches Korrespondentin in Hongkong. Damals hieß es in den ersten Meldungen auch, eine „komische Grippe“ greife um sich. Darum war ich sehr überrascht, dass weder die Kommunistische Partei Chinas noch die Weltgesundheitsorganisation WHO schon im Dezember darauf reagierte.