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TV-Notiz

Der neue "Tatort" aus Saarbrücken: Ein Kriminalfall in Sepia

Tatort
„Das fleißige Lieschen“ ist der erste "Tatort"-Fall für Vladimir Burlakov und Daniel Sträßer.(c) ORF (Manuela Meyer)
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In der „Tatort“-Folge „Das fleißige Lieschen“ sieht man vom Theater bekannte Gesichter. Adam Schürk (Daniel Sträßer) und Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) treten ihren Dienst in Saarbrücken an.

Eine Familienfehde steht im Mittelpunkt der „Tatort“-Folge, die am Ostermontag aus Saarbrücken kommt. Vladimir Burlakov und Daniel Sträßer ermitteln erstmals. Sträßer war einige Jahre am Burgtheater, wo er u. a. den Romeo spielte. Sein Erscheinen im Fernsehen erinnert Theaterfans daran, dass die Burg jungen Schauspielern nicht mehr Ehre fürs Leben verheißt, sondern nur eine Station in der Karriere bietet – die meist zum Film oder ins TV führt.

Auch sonst spielen in diesem „Tatort“ einige Künstler mit beachtlicher Bühnen-Vita, etwa Marie Anne Fliegel oder Dieter Schaad (Jahrgang 1926!). Dieser beeindruckt als bernhardesker Patriarch, der seine Firma, die sich erfolgreich vom Uniformen- zum Zündhütchen-Erzeuger wandelte, seinem jüngeren Sohn übergibt. Der ältere, der viel für die Fabrik getan hat und seine Leute überdies menschlich führt, ist über des Vaters Entscheidung erbost. Zwischen den beiden jungen Männern kommt es zu Handgreiflichkeiten. Am nächsten Tag wird der Erbe tot aufgefunden. Wer war's? Die Ermittler marschieren auf falschen Spuren und müssen sich durch Berge von Akten der Familiengeschichte wühlen...

Sadisten wachsen nach

Die dominante Farbe des Films ist sepia, das wird gern genommen bei historischen Stoffen und passt auch hier. Mag sein, dass manche das Thema Zweiter Weltkrieg, auf ihn geht die Geschichte zurück, schon über haben. Interessant ist dennoch, wie Sadisten immer nachwachsen, selbst wenn die „harte Zeit“ Jahrzehnte vorüber ist.

„Das fleißige Lieschen“ (Regie: Christian Theede) weist auch darauf hin, wie viel sich in der Kindererziehung geändert hat. Hoffentlich. (bp)

„Tatort: Das fleißige Lieschen": 13. April, 20.15 Uhr, ORF2. Danach sechs Monate in der ARD-Mediathek.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2020)