Max Weiler sorgte vor 65 Jahren mit seinem Werk „Innsbrucks Geschichte“ für einen Skandal.
Augenblicke

Max Weiler: Vom göttlichen Charakter der Natur

Frühe Skandale und späte Anerkennung: Max Weiler, einer der wichtigsten Maler der österreichischen Moderne. Strich für Strich bezieht er das Naturerlebnis in seine Werke ein. 30 Jahre lang dokumentiert er seinen Gemütszustand in einem Glossar.

Damit haben die Innsbrucker nicht gerechnet. Max Weiler verlegt die Kreuzigung auf seinen Fresken in der Theresienkirche nach Tirol: Ein Bauer in Lederhose – umgeben von einer Gruppe zünftiger Landwirte – durchsticht mit seiner Lanze das Herz Jesu. Auch ein blaues Pferd auf dem Bild irritiert die Tiroler. Gleich nach der Enthüllung kommt es vor 70 Jahren zum Skandal, zur Aufregung über die „Herabwürdigung des Bauernstandes“.

Polizei muss Tag und Nacht um die Theresienkirche patrouillieren, nachdem Bauernführer mit einem Bildersturm auf die Hungerburg hoch über Innsbruck drohen und verkünden, dass sie das skandalöse Bild abmachen werden. Und der Vatikan fordert den Innsbrucker Bischof Rusch auf, das Kreuzigungsfresko entfernen zu lassen, sonst würde ein Interdikt gegen die Theresienkirche erlassen.