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#weiterlernen

Bildungsministerium bündelt Hilfe für Schüler ohne Geräte

Die technische Ausstattung ist nicht in allen Haushalten vorhanden.imago images/Jochen Tack
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Seit mehr als vier Wochen findet Unterricht zuhause statt. Doch nach wie vor werden nicht alle Schüler erreicht - teils aufgrund fehlenden Equipments. Das Bildungsministerium bündelt auf einer Plattform Angebote von Vereinen.

1,1 Millionen Schüler sind in Österreich aufgefordert, zuhause zu lernen. Ihre Unterlagen erhalten sie von Lehrern auf Plattformen, kommuniziert wird über Online-Tools. Doch nicht alle haben Zugang dazu, da ihnen die Geräte fehlen. Nachdem das Bildungsministerium 12.000 Geräte mit Hilfe eines eingerichteten Fonds organisiert hat, wird eine weitere Plattform ins Leben gerufen. "Einige sehen sich durch das Distance Learning auch mit großen Herausforderungen konfrontiert, unter anderem auch deshalb, weil sozialer Austausch fehlt oder kein Computer zur Verfügung ist. Parallel zu unseren Angeboten haben sich auch aus der Zivilgesellschaft heraus viele Initiativen entwickelt, die das Ziel haben, der aufgehenden Wissens- und Sozialschere entgegenzuwirken und vor allem jene zu fördern, die auf Unterstützung angewiesen sind“, erklärt Bildungsminister Heinz Faßmann in einer Aussendung anlässlich der Lancierung der neuen Plattform #weiterlernen.

#weiterlernen ist eine Dachplattform, die bestehende zivilgesellschaftliche Angebote mit der vorhandenen Nachfrage zusammenführt. Partner dieser Initiative sind das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und als Fördergeber die Innovationsstiftung für Bildung. Die operative Abwicklung liegt bei dem Sozialunternehmen talentify. "Die aktuelle Corona-Krise stellt uns im Bildungsbereich vor außerordentliche Herausforderungen. Meistern können wir das nur indem wir gemeinsam unsere Kräfte bündeln. Es gibt sehr viele engagierte Personen und Initiativen, die derzeit helfen wollen. Auf dieses Engagement setzt die Innovationsstiftung bei ihrer Unterstützung, denn gemeinsam erreichen wir mehr Bildung für alle: nutzen wir die vielen engagierten, innovativen Kräfte in der Bildung, die einen Beitrag leisten können und wollen", so Jakob Calice, Vorstand der Innovationsstiftung für Bildung.

Was bietet #weiterlernen?

Das Angebot der Dachplattform umfasst einen Überblick über die bestehenden Angebote für Schülerinnen, Schüler, Eltern und Lehrkräfte, aber auch die Möglichkeit einfach und schnell Hilfe anzubieten und in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus gibt es auch Buddy Programme, die einerseits Unterstützung beim Lernen zu Hause, andererseits die Möglichkeit zum sozialen Austausch anbieten.

Die Buddies sind Schülerinnen und Schüler, (Lehramt-)Studierende, (pensionierte) Lehrpersonen und weitere freiwillige und ehrenamtliche facheinschlägige Expertinnen und Experten. Ein wichtiger Bereich von #weiterlernen ist auch die Aufbereitung und Distribution von gespendeten Computern. Dies erfolgt nach den strengen Richtlinien des Bildungsministeriums und beinhaltet die Löschung, Desinfektion und neue Aufsetzung der Geräte, genauso wie einen fairen Verteilungsprozess.

Als Partner für diesen Bereich konnte unter anderem der Verein der Technologie-Journalistinnen und -Journalisten Österreichs (VTJ) gewonnen werden: Der VTJ nutzt sein Netzwerk in der Elektronik-, Tech- und IT-Branche, um Endgeräte zu organisieren. Der Anstoß, über den Verein Hardware zu vermitteln, kam von Markus Sulzbacher. „Mir haben zwei Lehrer berichtet, dass es in ihren Schulen Kinder gibt, die nicht am Homeschooling teilnehmen können, da ihre Familien sich kein Tablet oder keinen Laptop leisten können. Das wollte ich ändern“, schildert der „Standard“-Redakteur. Barbara Steinbrenner („Die Presse“) griff die Steilvorlage Sulzbachers auf und trug die Idee in den Verein: „Es darf schlicht nicht sein, dass Schüler zurückgelassen werden. Da sah ich die Chance, dass wir als Verein mit unseren Kontakten in der Tech-Branche helfen könnten. Es war mir wichtig, nicht nur darüber zu berichten, sondern aktiv etwas zu unternehmen.“ 

"Mit dieser Plattform wollen wir alle Schülerinnen und Schüler unterstützen, die Herausforderungen die das Distance Learning mit sich bringt, zu bewältigen. Wir wollen vor allem sicherstellen, dass Hilfe und Unterstützung rasch und vor allem unbürokratisch bei den Schülerinnen und Schülern ankommt. Ich danke allen Partnern dieser Initiative und vor allem jenen, die in dieser herausfordernden Zeit mit großem sozialen Engagement tätig sind", so Faßmann abschließend.

>>> weiterlernen

 

(Red.)