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In Schweden läuft der Alltag oberflächlich weiter, doch vor allem Risikogruppen werden vermehrt geschützt.
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Coronavirus

Schweden hält an Sonderweg fest: „Unser System funktioniert“

Wissenschaftler fordern einen Kurswechsel: Zuletzt seien in Schweden gemessen an der Einwohnerzahl mehr Menschen an Covid-19 gestorben als in Italien. Doch noch sind die Spitäler nicht am Limit.

Für Ingela André ist das Coronavirus noch weit weg – und trotzdem hat sie in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Die 64-Jährige betreibt einen kleinen Landhandel in Gustavsfors, einem Ort an der südlichen Grenze zu Värmland im Westen des Landes. Eine Provinz fast so groß wie das Bundesland Niederösterreich. In Värmland gibt es derzeit offiziell 82 Corona-Infizierte und lediglich einen einzigen Todesfall. Trotzdem treffen die Menschen auch hier in der schwedischen Provinz Vorsichtsmaßnahmen.

Vor allem die Älteren sollen geschützt werden. „Viele leben derzeit in einer freiwilligen Quarantäne,“ erzählt André. Sie halten sich an die Vorgaben der schwedischen Gesundheitsbehörde. Wer über 70 ist, bleibt zuhause. Der kleine Landhandel hat sich in den vergangenen Wochen deshalb zu einem Art Lieferservice entwickelt. Wer etwas braucht, ruft an. Jeden Donnerstag fährt Nils André die Waren aus und stellt die Säckchen vor der Haustür ab. Mittlerweile sind es 45 Haushalte im Umkreis von zehn Kilometern. „Und jede Woche werden es mehr.“ sagt Ingela André.