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Weltraum

Seltenes kosmisches Spektakel beobachtet

Eine "Nova" sendet starke Schockwellen in den Weltraum (künstlerische Darstellung)
Eine "Nova" sendet starke Schockwellen in den Weltraum (künstlerische Darstellung)(c) via REUTERS (HANDOUT)
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Erstmals vollständige „Nova“ eines Doppelstern-Systems dokumentiert.

Wie so oft kam der Wissenschaft der Zufall zu Hilfe: Als die fünf „BRITE“-Nanosatelliten im Jahr 2018 das Sternbild Carina beobachteten, tauchte von einem Tag auf den anderen ein neuer Stern auf den Bildern auf. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich dieser aber als ein seltenes kosmisches Ereignis: In einer sogenannten Nova kommt es durch Kernfusion riesiger Mengen an Wasserstoff zu einer gewaltigen Explosion, die zu einem enormen Lichtausbruch und zur Produktion energiereicher Strahlung wie Gamma- und Röntgenstrahlung führt.

Ein Stern saugt den anderen aus

Ursache für das kosmische Spektakel, das von österreichischen Wissenschaftlern der Uni Graz, Innsbruck und Wien beobachtet und im Fachmagazin Nature Astronomy (13. 4.) publiziert wurde, ist ein Doppelsternsystem: Ein weißer Zwerg, also die extrem dicht gepackten Überreste einer ausbrannten Sonne, saugt mit seiner gewaltigen Schwerkraft Gas aus der Außenhülle eines benachbarten Sterns. Irgendwann ist das zusätzliche Gas auf der Oberfläche des weißen Zwergs so dicht und heiß, dass es zur Kernfusion kommt und eine explosionsartige Kettenreaktion eintritt, die auch gewaltige Schockwellen aussendet.


Zwischen März und Juli 2018 konnten die Wissenschaftler das Ereignis in all seinen Phasen – vom Ausbruch über das Helligkeitsmaximum bis zum Ausglühen – in noch nie dagewesener Präzision dokumentieren, berichtet Konstanze Zwintz von der Uni Innsbruck. Die Daten bestätigten auch das bisherige Erklärungskonzept für Novae, ergänzt Werner Weiss von der Uni Wien. Die galaktische Explosion fand übrigens schon vor langer Zeit statt, ihr Licht brauchte etwa 13.000 Jahre bis es die Erde erreichte. (APA/däu)