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Gesundheit

"Schrittweise Rückkehr zur Normalität" für Ärzte, Patienten und Spitäler

APA/EXPA/STEFANIE OBERHAUSER
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Arztpraxen dürfen wieder öffnen - wenn Mindestabstände eingehalten und von den Patienten Masken getragen werden. In Spitälern werden verschobene Operationen „wieder eingetaktet“.

Die Covid-19-Pandemie habe – nicht nur – das österreichische Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen gestellt: Stationen auf Krankenhäuser mussten umgerüstet, Betten verlegt, Operationen verschoben, Spitalspersonal und niedergelassene Mediziner mit Schutzkleidung in nie dagewesenen Mengen versorgt werden. Hier sei „hevorragende Arbeit“ geleistet worden – mit dem Resultat, dass man nun eine „schrittweise Rückkehr in die Normalität“ antreten könne, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag verkündete. Allerdings: Mit regionalen Unterschieden und vor allem: inklusive strenger Vorgaben.

Es gebe in Österreich bisher 14.566 Corona-Erkrankte. Die Zahl der Hospitalisierten liege aktuell bei 909, davon befinden sich 227 Personen auf Intensivstationen – Tendenz sinkend Im Gegenzug wachse die Zahl der Genesenen. Die Reprodroduktionszahl liege bei 0,62. „Unser Ziel war vor Wochen, dass wir die Zahl eins erreichen, jetzt gehen wir schrittweise unter die Eins", zeigte sich Anschober erfreut über den „sehr guten Trend".

Aber: Nun dürfe man nicht nachlassen, Mindestabstände und Hygienevorschriften müssten weiterhin penibel eingehalten werden, um eine neue Corona-Welle zu verhindern. Für den Gesundheitsbereich bedeute das konkret:

  • Arztpraxen dürfen „schrittweise“ wieder öffnen. Aber: Priorität habe weiter die telefonische Voranmeldung, in den Wartezimmern müssten Mindestabstände eingehalten und Desinfektionsvorgaben erfüllt werden. Die Patienten müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

  • In den Krankenanstalten sollen Operationen, die zuletzt verschoben wurden, „nun wieder eingetaktet werden", ergänzte Michael Binder, Medizinischer Direktor Wiener Krankenanstaltsverbund. Das werde ein „dynamischer Prozess“ sein und „regional sehr unterschiedlich“ gehandhabt werden, prognostizierte er. Wichtig sei, dass Patienten, die eine Covid-19-Erkrankung gehabt haben, diese nicht in einem Krankenhaus verteilen.

  • Insbesondere für Intensivstationen bedeute das, dass hier weiterhin auf eine strikte Trennung von Corona- und Nicht-Corona-Patienten gesetzt werde, betonte Binder.

  • Die Besuchsregeln werden sich überdies „in ihrer Stringenz nicht ändern“.

„Bitte nicht erwarten, dass man am Montag ins Spital kommt und dann ist die Welt eine ganz andere", betonte Anschober bei der Pressekonferenz im Bundeskanzleramt. Aber: Man arbeite daran, dass sich die Normalität bald wieder einstelle. „Wir müssen uns neu und dynamisch einstellen, aber ich glaube, das können wir", gab sich auch Binder optimistisch.

In Zahlen

Aktuell sind 4431 Menschen in Österreich mit Sars-CoV-2-Infektion infiziert. 9704 sind wieder genesen (Stand 9.30 Uhr). 909 Personen befinden sich noch wegen einer Infektion im Spital.

Der effektive Reproduktionsfaktor liegt derzeit bei 0,63.

Insgesamt wurden bisher 14.566 Österreicher positiv auf das Coronavirus getestet, die meisten in Tirol, Niederösterreich und Oberösterreich.

431 Personen sind an Covid-19 verstorben. Die meisten Todesfälle gab es in der Steiermark, in Wien, Tirol und in Niederösterreich.