Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Streamingtipps

Neue Filme auf Netflix, Amazon & Co: Schweben mit Elton, Driften mit Quentin

Schrille Maskerade: Taron Egerton als Elton John in „Rocketman“.Paramount Pictures
  • Drucken

Ein schillerndes Elton-John-Biopic, ein Horrortrip im Schein der Mitternachtssonne und Quentin Tarantinos Streifzug durch das Hollywood von 1969: Wir empfehlen sechs Kinofilme, die man jetzt auch im Abo streamen kann.

Die wöchentlichen Streamingtipps können Sie auch als Newsletter abonnieren: Serien- und Filmempfehlungen aus dem Fundus von Netflix, Amazon und Co. landen dann jeden Freitag in Ihrem Postfach. Hier anmelden.


Rocketman

Von Dexter Fletcher, 2019
Zu sehen auf Amazon

„Mein Name ist Elton Hercules John, und ich bin Alkoholiker“, sagt der Mann im glitzernden orangefarbenen Anzug in seiner Selbsthilfegruppe, „und kokain-abhängig, sexabhängig, Bulimiker, kaufsüchtig, habe Probleme mit Gras, Medikamenten und Aggressionen.“ Was er nicht sagt: Dass er sich nach Liebe sehnt und glaubt, diese nur als schrill verkleideter Entertainer bekommen zu können. „Rocketman“ zeichnet den porträtierten Elton John – dem der Film angeblich gut gefiel – als tragisches Genie, das lernen muss, sich selbst zu akzeptieren. Das klingt vielleicht konventionell, ist es aber nicht: Regisseur Dexter Fletcher, der schon das Freddy-Mercury-Biopic „Bohemian Rhapsody“ fertiggestellt hat, macht daraus ein schillerndes, fantasievoll inszeniertes Musical, in dem das Selbstzerstörerische genauso explizit zur Geltung kommt wie die Euphorie des Sex und Erfolgs. Da wird wild tanzend durch einen Vergnügungspark gewütet, da schwebt der Sänger (gespielt von Taron Egerton, der die Figur mehr interpretiert als nachahmt) am Klavier fast davon und gleitet nach einem Suizidversuch aus dem Pool praktisch ins Weltall. Dieser Film erzählt nicht nur vom Faszinosum Elton John, er repräsentiert es: wild, chaotisch, brillant. (kanu)

 

I, Tonya

Von Craig Gillespie, 2017
Zu sehen auf Netflix

Sie galt als vulgäre Ausnahmeerscheinung in einem Sport, der sonst von anmutigen Prinzessinnen aus besserem Hause dominiert wird: Die Eiskunstläuferin Tonya Harding, die als erste Frau einen dreifachen Axel landete, die in selbst genähten Kostümen zu Heavy-Metal-Musik auftrat – und deren Ehemann 1994 ein Attentat mit einer Eisenstange auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan einfädelte. Auf diesen Vorfall läuft in „I, Tonya“ alles zu – und dabei wird im tragisch-komischen Tonfall Hardings Lebensgeschichte nachgezeichnet: Margot Robbie spielt die Titelheldin aus der weißen Unterschicht, Allison Janney deren kettenrauchende Tigermutter. Das Schauspiel ist überragend, die Inszenierung ist mitreißend, die Montage wild. Immer wieder sprechen die Figuren direkt in die Kamera und machen dabei gegensätzliche Aussagen – wie ihre wahren Vorbilder eben. (mt)

 

Once Upon a Time . . . in Hollywood

Von Quentin Tarantino, 2019
Zu sehen auf Sky

In seinem neunten Film nimmt sich Quentin Tarantino der Filmindustrie der späten 1960er-Jahre an – und er tut das so entspannt, so nachdenklich wie lang nicht mehr. Im Grunde ist der Film ein „Hangout Movie“, sein Reiz besteht darin, ein Weilchen mit den Hauptfiguren abzuhängen: Das sind Rick Dalton, ein stotternder TV-Star auf dem absteigenden Ast (Leonardo DiCaprio), und sein Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt), Prototyp einer oft übersehenen Hollywood-Arbeiterklasse. Knappe drei Stunden kurvt man mit diesem ungleichen Gespann durch die sonnengetränkten Straßen von Los Angeles, driftet in Filmdrehs und hinter Kulissen. Der Sunset Boulevard wird von Hippies infiltriert, irgendwo geistert Charles Manson herum; Sharon Tate, die 1969 von dessen Clan ermordet wurde, wird hier von Margot Robbie gespielt. Und natürlich gibt es am Ende eine groteske Gewaltexplosion. Ein satirisch-nostalgischer Streifzug durch eine Filmindustrie am Scheideweg. (and)

 

Long Shot

Von Jonathan Levine, 2019
Zu sehen auf Amazon

Seth Rogen ist hier ein unglamouröser Aufdeckerjournalist, Charlize Theron eine mit allen Wassern gewaschene US-Außenministerin: eine unwahrscheinliche Romanze? „Long Shot“ spielt sie dennoch durch und modernisiert dabei das Romcom-Genre der 90er mit neuen Rollenbildern. (and)

 

Midsommar

Von Ari Aster, 2019
Zu sehen auf Amazon

Glückliche Gesichter, Tanz und Gesang, das Leben als Picknick im Grünen, Frieden und Eintracht in weißer Einheitstracht: Ein junges amerikanisches Paar folgt der Einladung eines schwedischen Studienkollegen in dessen Heimatdorf zur Sommersonnwendfeier. Doch hinter der freigeistigen Wellness-Fassade schwelt eine archaische Reinheitsideologie . . . Der zweite Film des aufstrebenden Regisseurs Ari Aster („Hereditary“) ist ein wuchtiges Horrordrama – ein wahrer Unwohlfühlfilm! (and)

 

Borg/McEnroe – Duell zweier Gladiatoren

Von Janus Metz, 2017
Zu sehen auf Amazon

1980 trat im Wimbledon-Männerfinale Björn Borg gegen John McEnroe an: ein kühl kalkulierender Schwede gegen einen New Yorker Hitzkopf – ein perfektes Medienereignis, ein Kampf der Giganten. Der dänische Regisseur Janus Metz inszeniert das Match in seinem Film „Borg/McEnroe“ aber auch als die Kulmination einer platonischen Liebesgeschichte – als Duell zweier gepeinigter Männerseelen, die sich im Spiel des jeweils anderen wiedererkennen – und endlich verstanden fühlen. (and)

 

>> Mehr Streamingtipps gibt es hier.

Mehr erfahren

Streamingtipps

Geschichten aus den Schwingstaaten

Streamingtipps

Streamingtipps: Ab ins kühle Nass!