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Ungewöhnliche Feriendomizile

Von der Hütte zum Speicher: klein, fein und allein

Ein Biwak unter Sternen, im Wald, am Ufer - eines von mehreren am Millstätter See.
Ein Biwak unter Sternen, im Wald, am Ufer - eines von mehreren am Millstätter See.(c) Gert Perauer
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Die aktuelle Lage (Stichwort Corona) forciert den Trend zu übersichtlichen Quartieren im Urlaub.

Das Objekt hat alles, was man braucht: Ein bequemes Bett, einen kleinen Nassraum, eine lauschige Terrasse, Stühle und Tischchen zum Rausstellen, einen Kühlschrank, große Fenster, um in den Sternenhimmel zu schauen. Viel Natur, die es einhüllt. Drei Mal am Tag kommt der Vermieter vorbei und stellt einen Proviantkorb ab, das war’s auch schon wieder mit dem Außenkontakt  – wie etwa hier in den „Biwaks unter Sternen“ rund um den Millstätter See.

So solipsistisch wie heuer waren die Urlaubswünsche der Österreicher vermutlich noch selten. Verreisen, aber möglichst begegnungslos, erdgebunden und abseits massentouristischer Ziele, scheint das Gebot in der Stunde Corona. Wie sich das rechnerisch ausgehen wird, wenn alle Urlaubswilligen Österreicher in Österreichs Alleinlagen Ferien machen wollen, sei einmal dahingestellt. So groß ist der heimische Markt für Ferienhäuschen, Chalets, Almhütten und andere abgelegene Tiny-House-Quartiere auch wieder nicht.

In der Schweiz kann man "Ferien im Baudenkmal" machen. Vom Speicher bis zum Stadel ist viel historisches im Programm.
In der Schweiz kann man "Ferien im Baudenkmal" machen. Vom Speicher bis zum Stadel ist viel historisches im Programm.(c) Markus Beyeler

Eine gewisse Übersichtlichkeit bringen freilich auch kleinere, individuellere Betriebe, von denen es in Österreich zum Glück viele gibt: Hotels mit nicht allzu vielen Zimmern und Suiten sowie hohen optischen Ansprüchen, stilvoll gestaltete Apartments zum Selbstversorgen sowie Modelle, die beides miteinander vereinen. Nicht zu vergessen die beherzten privaten Vermieter, die ihr Haus professionell betreiben.

Brückenhäuser, Ställe, Wehrtürme

Für den Fall, dass sich der Reiseradius heuer doch noch etwas ausweiten lässt, ein paar Quartiertipps im Kleinen: Mehrfach international ausgezeichnet wurden die über Amsterdam verstreuten Sweets Hotels. Das Architekturbüro Space  &  Matter konnte die kleinen, zum Teil uralten Häuschen der Brückenwärter an den Grachten für Gäste adaptieren. Manches Objekt da­runter misst nur zwölf Quadratmeter, ist aber doch so ansehnlich gestaltet, dass man es da gut länger aushalten kann.

Überhaupt üben ältere Objekte mit neuer Nutzung einen speziellen Reiz auf individuelle Gäste – als wäre der alte Geist noch erhalten in der Adaption von Leuchttürmen etwa, der Verwandlung eines Stalls oder der Mutation eines mittelalterlichen Wehrturms in ein modernes Urlaubsdomizil. Letzteres findet man in der Mani (Peloponnes), wo mit Projekten wie dem Tainaron Blue Suiten und Infinitypool in die archaische Architektur integriert werden. Historische Substanz und hochwertige Architektur schätzen auch jene, die „Ferien im Baudenkmal“ in der Schweiz machen oder die bei „Urlaubsarchitektur“ Ferienhaus oder Appartement suchen: von der Uckermark bis nach Pantelleria.