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Fashion Transparency Index

Warum Transparenz in der Mode gerade jetzt so wichtig ist

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H&M ist das Unternehmen mit der größten Transparenz, wenn es nach dem Fashion Transparency Index Bericht von Fashion Revolution geht. Und das hat auch in der Krise viele Vorteile.

Die Plattform Fashion Revolution, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Art und Weise zu verändern, wie Mode produziert und konsumiert wird, untersucht für ihren jährlichen Bericht 250 große internationale Modemarken (das Kriterium ist ein Jahresumsatz von mehr als 400 Millionen Dollar) hin auf die Transparenz ihrer Tätigkeit. Dabei geht es etwa um Mindestlöhne, Tierwohl, Zwangsarbeit, Klima oder Biodiversität. Insgesamt werden 55.000 Datenpunkte untersucht.

Gerade jetzt, in Zeiten von Corona, zeigt sich, wie wichtig Transparenz in der Modeindustrie sei, so Sarah Ditty, Global Policy Director von Fashion Revolution. Viele Marken hätten bereits in Produktion befindliche Bestellungen storniert, Änderungen an den Zahlungsbedingungen vorgenommen oder sich auf höher Gewalt berufen und ihre Lieferanten gar nicht bezahlt, so die Autorin des Berichts.

Wer seine Geschäftspraktiken offenlegt, wird so ein Verhalten kaum an den Tag legen, ist sie sich sicher. "Wenn große Marken und Einzelhändler Informationen darüber veröffentlichen, wie sie mit ihren Lieferanten Geschäfte machen, dann können sie in solchen Situationen zur Rechenschaft gezogen werden", erklärt Ditty.

Fashion Transparency Index

H&M 73 %
C&A 70 %
Adidas/Reebok 69 %
Esprit 64 %
Marks & Spencer 60 %
Patagonia 60 %
The North Face/Timerbland/Vans/Wrangler 59 %
Puma 57 %
Asos 55 %
Converse/Jordan/Nike 55 %

H&M, C&Aund Adidas/Reebok liegen vorne

Ganz oben auf der Liste der transparenten Unternehmen steht H&M mit 73 Prozent, C&A kommt mit 70 Prozent auf Platz 2 und Adidas/ Reebok mit 69 Prozent auf Platz drei. Ebenfalls gut abgeschnitten haben die Marken Esprit (64 Prozent) sowie Patagonia und Marks & Spencer mit 60 Prozent.

Durchschnittlich erzielten die Unternehmen bei der Datenauswertung 23 Prozent. Einen Zuwachs verzeichneten etwa Gucci (von 40 auf 48 Prozent) und Zegna (ein Plus von 22 Prozent).

Mehr als die Hälfte der Marken hat unter 20 Prozent erreicht, manche sogar null Prozent. So etwa Bally, Max Mara, Tom Ford und Elie Tahari, die ihre Geschäftspraktiken überhaupt nicht offenlegen.

Im Kampf gegen das Greenwashing

Zwar sei Transparenz nicht gleichbedeutend mit einer guten sozialen oder ökologischen Praktik, jedoch erleichtere es Stakeholdern wie Konsumenten und Investoren, die Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen. Vor allem, wenn es um Greenwashing geht, sei das wichtig, so Ditty.

So wurde der Fashion Transparency Index absichtlich so entwickelt, dass Unternehmen höhere Punkte für die Offenlegung von Wirkungs- und Leistungsdaten erhalten. Also etwa Daten zu Lieferantenaudits oder zu den Löhnen, die Arbeitern gezahlt werden. "Diese Art von Informationen zeigt, was Marken tatsächlich tun und welches Ergebnis diese Praktiken weit über gut klinge Richtlinien und Verpflichtungen hinaus haben", erklärt Ditty weiter.

>> Zum Fashion Transparency Index 2020