Schnellauswahl
Coronavirus

Deutschland will Corona-Tests auf 4,5 Millionen pro Woche ausweiten

Coronavirustests (wie hier in Dresden) finden auch in Deutschland derzeit nur bei Menschen mit Symptomen oder bei medizinischem oder Pflege-Personal statt.
Coronavirustests (wie hier in Dresden) finden auch in Deutschland derzeit nur bei Menschen mit Symptomen oder bei medizinischem oder Pflege-Personal statt.REUTERS
  • Drucken
  • Kommentieren

Weltweit sind nun mehr als 170.000 Menschen mit Sars-CoV-2 verstorben. In Deutschland setzt man auf mehr Tests - auch bei Menschen ohne Symptome.

Weltweit sind durch die Coronavirus-Pandemie mindestens 170.000 Menschen ums Leben gekommen. Davon wurden 106.737, also rund zwei Drittel, in Europa registriert, wie Berechnungen auf Grundlage von Behördenangaben am Dienstag ergaben. Das Land mit der höchsten Opferzahl weltweit sind die USA mit 42.364 Corona-Toten, gefolgt von Italien mit 24.114 Toten und Spanien mit 21.282 Toten. Global beläuft sich die Zahl der offiziell bestätigten Infektionsfälle auf 2.483.086. Weil vielerorts nur Patienten mit deutlichen Symptomen getestet werden, dürfte die wirkliche Zahl aber wesentlich höher liegen.

Deutschland will in der kommenden Woche ein weiteres Gesetzespaket zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auf den Weg bringen. Damit soll laut einem Reuters am Dienstag vorliegenden Entwurf die Zahl der Tests auf bis zu viereinhalb Millionen pro Woche gesteigert werden.

"Dies könnte zu monatlichen Mehrbelastungen der Gesetzlichen Krankenversicherung zwischen einer und 1,5 Milliarden Euro führen", heißt es weiter. Das Gesundheitsministerium müsste deshalb Verordnungen für "verstärkte symptomunabhängige Testungen" erlassen. Dies wird als Voraussetzung für eine stufenweise Rückkehr zum normalen Wirtschaftsleben gesehen.

„Das Virus ist nicht weg"

In Deutschland, wo es bisher mehr als 140.000 Infektionen und über 4500 Todesfälle gegeben hat, betonen Experten trotz der ersten Lockerungen den anhaltenden Ernst der Lage. "Das Virus ist nicht weg", sagte Robert Koch-Instituts-Vizepräsident Lars Schaade. "Es ist kein Ende der Epidemie in Sicht. Die Fallzahlen können wieder steigen." Die Situation sei immer noch ernst, auch wenn bei der Bekämpfung einiges erreicht worden sei.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO ist das neuartige Coronavirus auf natürlichem Wege entstanden. Alle verfügbaren Informationen deuteten darauf hin, dass das Virus nicht in einem Labor oder an anderer Stelle manipuliert oder konstruiert wurde, sagte WHO-Sprecherin Fadela Chaib. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Virus tierischen Ursprungs ist." Noch sei nicht klar, wie es sich auf Menschen übertragen habe, aber es habe sicherlich ein Tier gegeben, dass es vorübergehend in sich getragen habe. Alles deute darauf hin, dass es Ende 2019 seinen Ursprung bei Fledermäusen in China genommen habe.

Die Vereinten Nationen warnten davor, dass sich die Zahl der unterernährten Menschen wegen der Corona-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen weltweit fast verdoppeln könnte. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) vorstellte. Die Zahl der Menschen, die sich nicht ausreichend ernähren können, um gesund zu leben, oder die sogar Hunger leiden, könnte 2020 sprunghaft auf 265 Millionen anwachsen, hieß es. Im Vorjahr habe die Anzahl der Menschen mit einem akuten Mangel an ausreichend Essen bei 135 Millionen weltweit gelegen.

(APA/Ag.)