Eurobonds sind tot, die gemeinsame Haftung für Schulden aber nicht.
Am Donnerstag streiten sich die Regierungschefs der EU wieder um die Finanzierung der Folgen der Coronakrise. Und werden dabei hoffentlich die vor allem von Italien, Frankreich und Spanien so sehr gewünschten Eurobonds, jetzt „Coronabonds“ genannt, zu Grabe tragen. Auch wenn sich die rhetorische Kriegsführung um dieses Schuldentransferinstrument in letzter Zeit sehr verschärft hat.
Die Coronabonds-Gegner – neben Deutschland auch etwa Österreich und Holland – haben ja starke Argumente für ihre Ablehnung. Zuletzt gestützt durch ein Gutachten des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), das die vom „Club Med“ verlangte Schuldenunion schlicht „europarechtswidrig“ nennt: Eurobonds würden gegen die darin festgeschriebene „No bailout“-Regel verstoßen, die es Eurostaaten verbietet, für die Staatsschulden anderer Mitgliedsländer zu haften.