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Zwangsquarantäne

China sperrte Diplomaten aus der EU wochenlang weg

Archivbild vom Flughafen in Peking. Ankommende Diplomaten aus dem Ausland mussten damit rechnen, in ein Quarantäne-Quartier gebracht zu werden.
Archivbild vom Flughafen in Peking. Ankommende Diplomaten aus dem Ausland mussten damit rechnen, in ein Quarantäne-Quartier gebracht zu werden.REUTERS
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China hielt zuletzt Dutzende Botschaftsangehörige nach deren Einreise zwangsweise in Hotelzimmern weit entfernt von Peking fest. Im Februar noch hatte das Regime die EU heftig für die Einstellung von Flugverbindungen gerügt.

In ganz China gibt es nur noch einen Bezirk, den die Behörden zuletzt offiziell als Hochrisikogebiet einstufen: das Pekinger Diplomatenviertel Chaoyang. Das fügt sich in die Propaganda der kommunistischen Führung, die das heldenhaft besiegte Coronavirus nun als Gefahr von außen darstellt – eingeschleppt von Ausländern. Importierte Neuinfektionen gehen zwar fast ausschließlich auf das Konto zurückkehrender Chinesen, doch Fremde eignen sich besser als Sündenböcke.

Zum Handkuss kamen Recherchen der „Presse“ zufolge dabei auch europäische und internationale Botschaftsangehörige. Das Drama begann am 23. März. Es war ein krasser Verstoß gegen die Diplomatenkonvention, den man lang unter der Decke hielt.

Kinder im Zwangsquartier

Mehrere Dutzend Inhaber von Diplomatenpässen wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft in China gegen ihren Willen in oft Hunderte Kilometer weit entfernte Städte verfrachtet. Dort blieben sie bis zu zwei Wochen in Hotels eingesperrt. Sie durften nicht einmal ihre Zimmer verlassen. Drei Mal pro Tag stellte Hotelpersonal in voller Schutzmontur Essen vor die Tür. Betroffen waren Konsuln, Gesandte, Angehörige von Diplomaten, auch viele Kinder aus Deutschland, Frankreich, Finnland, Slowenien und etlichen anderen Staaten.