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Vergesslich? Lerne vom Computer

Inspiration für Millennials #37. Mit Young Science-Botschafter Gerhard Furtmüller die eigene Persönlichkeit entwickeln. Diesmal: Was schreibst Du Dir auf, um nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen?

In der letzten Kolumne habe ich Dir erklärt, wie Du Werte über die Wasseroberfläche holen kannst, da dies eine Lernchance ist, die in einer Krise wie dieser und sonst leider nur bei Verlust eines geliebten Mitmenschen gegeben ist. Da der Mensch aber ein vergessliches Wesen ist, zeige ich Dir heute, wie Du das jetzt gewonnene Wissen auch in Zukunft nutzen kannst.

Der Augenöffner Covid-19

Die Corona-Krise hat bereits jetzt unser Bewusstsein erheblich verändert. So vermissen wir die Umarmungen unserer Eltern und auch das nächste Treffen mit den Freunden. Selina hat mir in einer Leser-Mail sogar davon berichtet, dass sie es kaum erwarten kann, endlich wieder im Büro zu arbeiten. Damit ist gewiss, dass die persönlichen Beziehungen durch die Krise eine neue Bewertung erfahren haben.

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Nach der Krise ist vor der Krise

Meine These ist aber, dass wir bereits kurze Zeit nach der Krise wie in einem Spielfilm zur vorherigen Szene zurückspringen werden und damit wieder in alte Verhaltensmuster verfallen. Es werden beispielsweise wieder die Smartphones sein, die einen allzu persönlichen Austausch der Menschen verhindern werden. Damit wird die Zeit nach der Krise auch wieder eine Zeit vor der Krise sein.

Der Mensch vergisst

Grund dafür ist, dass der Mensch vergisst. Das hat bereits Ebbinghaus in seinen Untersuchungen Ende des 19. Jahrhunderts festgestellt, bei denen er in der Vergessenskurve dargestellt hat, wie lange es dauert, bis neu erworbenes Wissen wieder vergessen ist. Diesen Sachverhalt kennen wir auch in unserem Privat- und Berufsleben, wo bereits Erfahrenes oder Erlerntes, wenn wir es nicht wiederholt in Erinnerung rufen, wie aus dem Gedächtnis gelöscht zu sein scheint.

Der Computer vergisst nicht

Das Vergessen ist eine menschliche Eigenschaft, die uns ganz zentral vom Computer unterscheidet – der Computer vergisst nämlich nicht. Diese Tatsache können wir beispielsweise bei positiven Erinnerungen wie bei Hochzeitsbildern, aber leider auch bei unliebsamen Kommentaren oder gar Shitstorms in den neuen Medien beobachten.

Lerne von Computer

Die Kompetenz des Nicht-Vergessens ist damit – je nach Ereignis – eine Stärke und auch eine Schwäche des Computers. Ich halte es für die persönliche Entwicklung aber für grundlegend, dass wir stets nur die Stärken von anderen Menschen oder wie in diesem Fall von einem Ding übernehmen. Daher frage ich Dich dieses Mal: „Was schreibst Du Dir auf, um nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen?“

 

Schreibe Deine Erfahrungen dazu auf, besprich Dich mit vertrauten Personen oder schreibe mir ein Mail: gerhard.furtmueller.presse@wu.ac.at.

Privat

Gerhard Furtmüller aka Doktor Furti ist Senior Lecturer am Department für Management der Wirtschaftsuniversität Wien und Young Science Botschafter. An der WU begleitet er jährlich Tausende Millennials auf ihrem Weg ins Berufsleben. Seine Publikationen zum Thema Motivationsaufbau sind u.a. im Harvard Business Review erschienen.

https://www.wu.ac.at/management/team/dr-gerhard-furtmueller