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Gazprom will Nabucco-Pipeline verhindern

Gazprom will NabuccoPipeline verhindern
(c) Krause, Johansen
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Die russische Gazprom will, dass sich der deutsche Energiekonzern RWE statt an "Nabucco" an der Pipeline "South Stream" beteiligt. Ohne RWE würde aber das Konkurrenz-Projekt "Nabucco" scheitern.

Der staatliche russische Gasmonopolist Gazprom will laut einem Bericht des "Handelsblattes" den deutschen Energiekonzern RWE dazu bewegen, sich an der geplanten South Stream Gaspipeline zu beteiligen. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen habe Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew die Essener RWE zu einer Beteiligung eingeladen. South Stream gilt als Konkurrenzprojekt zu der von der EU unterstützten Nabucco-Pipeline unter Federführung der OMV. Würde es der Gazprom gelingen, die RWE aus dem Nabucco-Konsortium herauszubrechen, wäre das Projekt kaum mehr zu halten, schrieb das "Handelsblatt".

Nabucco soll 2014 fertiggestellt werden und unter Umgehung Russlands jährlich 31 Milliarden Kubikmeter Gas aus der Kaspischen Region nach Europa pumpen - von der Türkei bis nach Österreich. Das Gas soll aus zentralasiatischen Lieferländern wie Aserbaidschan, Turkmenistan oder dem Nordirak stammen. Die EU verspricht sich von der 3300 Kilometer langen Leitung mehr Unabhängigkeit von ihrem größten Erdgaslieferanten Russland.

South Stream soll Erdgas von Russland über das Schwarze Meer nach Bulgarien und von dort in zwei Leitungen bis nach Österreich und Italien bringen. Da die Leitung rund 900 Kilometer durch das Schwarze Meer führt, wird die Ukraine umgangen. Mit dem Nachbarland hatte Russland oft Streit um den Gastransit, der schon mehrfach zur Unterbrechung der Lieferungen nach Westeuropa führte. Nach Vollendung der Leitung im Jahr 2015 ist eine Transportkapazität von 63 Milliarden Kubikmetern Gas im Jahr geplant. Das Projekt wird bisher vom russischen Energiekonzern Gazprom und der italienischen ENI-Gruppe vorangetrieben, im vergangenen Herbst stieg auch der staatliche französische Energiekonzern EDF ein. Österreich hat mit Russland ein bilaterales Regierungsabkommen über den Bau von South Stream unterzeichnet.