Die "Zentralsparkasse der Gemeinde Wien", später im Volksmund kurz "Z" genannt, wäre heute 100 Jahre alt. Am 2. Jänner 1907 eröffnete der Gründer, der damalige Wiener Bürgermeister Karl Lueger, das Sparbuch mit der Nummer 1.
Die "Zentralsparkasse", eine Vorläuferin der heutigen Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), nahm am 2. Jänner 1907 im Alten Rathaus in der Wiener Wipplingerstraße ihre Geschäftstätigkeit auf. 881 Wiener Bürger eröffneten am Gründungstag neue Sparbücher und legten insgesamt 147.000 Kronen (rund 660.000 Euro) ein. Das "Sparbuch Nr. 1" erhielt der Wiener Bürgermeister Karl Lueger, der das Institut im Jahr 1905 gegründet hatte - gegen langen Widerstand der Banken und der Opposition im Gemeinderat. Bereits im ersten Jahr wurden rund 30.000 Konten mit einer Gesamteinlage von über 10 Millionen Kronen eröffnet.Damals habe es für weite Teile der Bevölkerung kaum Möglichkeiten gegeben, kleinere Beträge sicher anzulegen, erklärt BA-CA-Generaldirektor Erich Hampel. Ebenso schwierig war es, für Gewerbebetriebe und den kleinvolumigen Wohnbau Kredite zu bekommen. Diese Geschäfte zählten zu den Grundaufgaben der Zentralsparkasse, die damit eine wichtige volkswirtschaftliche Aufgabe übernahm.
In der 2. Republik wurde die "Z" auch Financier der Stadt Wien. Die steigende Spargesinnung im Nachkriegsösterreich ermöglichte den wirtschaftlichen Höhenflug des Landes. Immer mehr Österreicher wurden zum Sparen bewegt, nicht zuletzt durch die Figur des "Sparefroh", als deren Erfinder sich die Z versteht. In den 80er-Jahren besuchten jeweils 700.000 Kunden am Weltspartag die "Z", rund 2 Mrd. Schilling (145 Mio. Euro) wurden eingelegt. Das Geld wurde unter anderem in Wohnbau- und Infrastrukturprojekte in Wien und anderen österreichischen Städten investiert.
Daneben entwickelte sich die "Z" immer mehr zu einer Förderin von Kunst, Kultur und Wissenschaft. Maler wie Arik Brauer, Hubert Aratym oder Ernst Fuchs konnten sich über "Z-Stipendien" freuen.
1991 wurde die "Z" mit der damaligen Länderbank zur "Bank Austria" verschmolzen, 1997 entstand durch Zukauf der bis dahin staatseigenen Creditanstalt (CA) die heutige börsenotierte BA-CA. Mit rund 160 Mrd. Euro Bilanzsumme und einem Eigenkapital von 8 Mrd. Euro ist zur italienischen UniCredit gehörende BA-CA heute die größte Bank in Österreich. Bei UniCredit ist sie mit gut 3.000 Geschäftsstellen für Mittel- und Osteuropa (CEE) verantwortlich. Mehr als 60.000 Mitarbeiter betreuen 26 Millionen Kunden "zwischen Bludenz und Wladiwostok". (APA)