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Experte: Dow Jones wird unter 1000 Punkte fallen

Wirtschaftsprognose Dunkler Ausblick fuer
(c) REUTERS (ISSEI KATO)
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"Finger weg von Aktien", rät US-Wirtschaftsberater Robert Prechter. Er rechnet mit einem gewaltigen Aktien-Crash in den nächsten fünf Jahren. Seine Theorien sind allerdings stark umstritten.

Der US-Wirtschaftsberater Robert Prechter gilt als einer der pessimistischsten in seinem Metier. Der Amerikaner stellt daher eine äußerst düstere Wirtschaftsentwicklung in Aussicht. Unter anderem behauptet er, der Markt werde den größten bisher dagewesenen Verfall erreichen, möglicherweise den größten seit 300 Jahren.

Umstrittene Theorie: "Elliott-Wellen"

Derzeit notiert der Dow Jones Index bei etwa 10.000 Punkten. Prechter behauptet, dass sich das in den nächsten fünf bis sechs Jahren dramatisch ändern könnte. Dann fällt der Index auf das Niveau von weit unter 1000 Punkten. Die Auswirkungen wären fatal.

Seine Prognosen stützen sich dabei auf die Theorie der sogenannten "Elliott-Wellen". Damit ist eine Theorie gemeint, die in den späten 1920er Jahren von dem Buchhalter Ralph Nelson Elliott entwickelt wurde. Elliott war der Meinung, im Aktienmarkt sich wiederholende Muster erkannt zu haben. In der Theorie spielt vor allem das psychologische Verhalten von Marktteilnehmern eine Rolle.

Elliott Wellen

Der Begründer Ralph Nelson Elliott entdeckte, dass sich Finanzmärkte in bestimmten Zyklen bewegen. Diese Zyklen sind eng mit den menschlichen Emotionen verbunden. Elliott verfasste ein striktes Regelwerk, mit dem Kursbewegungen anhand von Wellen beschrieben werden. Dabei spielen sogenannte "Fraktale" eine große Rolle. Große Wellen setzen sich aus kleineren "Unterwellen" zusammen. Elliott unterscheidet dabei zwischen "Impulswellen" und "Korrekturwellen". Für die Theorie außerdem noch wichtig, sind die Fibonacci Zahlen.

"Finger weg von Aktien"

Prechter behauptet aufgrund dieser Theorie, ein großer Crash stehe bevor. Sein Rat: Investoren sollten sich komplett aus dem Aktienmarkt zurückziehen und stattdessen auf klassische Bargeldveranlagungen oder staatliche Schuldverschreibungen setzen. Der Marktrückgang würde zu einer der größten Investmentchancen führen, sagte er zur New York Times.

Investoren, die "kaufen und behalten", werden in einen Crash verwickelt, der größer sein wird als die Wirtschaftskrise Ende 2008 oder von 1929. Einen Vergleich zieht Prechter auch mit der "South Sea Bubble" von 1720, eines der ersten Spekulationsdebakel vor dem 20. Jahrhundert, dessen Auswirkungen noch über 100 Jahre spürbar waren.

Südseeblase 1720

Anfang des 18. Jahrhunderts gab es in Großbritannien schon ein ausgeprägstes Börsensystem. Etwa 200 Unternehmen notierten damals. Ausschlaggebend für die Krise waren Aktien der "South Sea Company". Die Aktien waren zunächst nur 120 Britische Pfund wert, stiegen aber innerhalb eines halben Jahres auf über 1000 Pfund. Nach Platzen der Blase fiel der Wert wieder auf 128 Pfund. Großbritannien fiel in eine tiefe Krise.



"Wenn ich Recht habe, wird das so ein Schock, dass die Menschen ihren Großenkeln noch sagen werden: Finger weg von Aktien", sagt er.

Frühere Prognosen waren richtig

Der 61-jährige ist Gründer und Präsident der "Elliott Wave International", einer Firma, die sich auf Voraussagen für den Finanzmarkt spezialisiert hat. Er studierte Psychologie in Yale und hat sogar eine Vergangenheit als Rockmusiker. 1978 veröffentlichte er das Buch "Elliott Wave Principle", welches steigende Kurse voraussgesagt hat.

Die Prognosen bewahrheiteten sich großteils. In den 80er Jahren festigte sich sein Ruf als Experte in technischen Analysen. Die New York Times bezeichnete ihn damals sogar als "Guru", dessen Ratschläge so viele Investoren erreichen, dass er den Markt steuert. Er gab nur ein einziges Mal eine falsche Prognose ab. Aber da sein Prinzip Sicherheit ist, verloren seine Kunden damals nicht all zu viel Geld.

"Wenn die anderen falsch liegen, bist du tot!"

Auch seine Ratschläge für die bevorstehende Krise will er als unverbindlichen Rat verstanden haben: "Ich sage: Der Winter kommt. Kauf dir einen Mantel. Andere Menschen raten dazu, nackt zu bleiben. Wenn ich falsch liege, wirst du nicht verletzt. Aber wenn die anderen falsch liegen, bist du tot", sagt er zur NYT.

Kritik von Kollegen

Ein ehemaliger Kollege von Prechter kritisiert seine Voraussagen. Ralph J. Acampora war so wie Robert Prechter President der "Market Technicians Association", einer führenden Firma für Marktanalysen. Acampora sagt, er sei mit Prechters langfristigen Theorien nicht einverstanden. "Ich möchte ihm nicht recht geben, denn wenn er richtig liegt, müssen wir in die Berge auswandern, mit einer Waffe und Dosensuppen, weil dann ist alles vorbei", sagt er.