Was können wir durch Träume lernen?
Schlaf und Traum

Diese Krise macht uns zu Träumern

Seit dem Lockdown sind die Träume vieler bizarrer geworden - und manche haben das Gefühl, mehr zu träumen. Was geschieht im Schlaf? Und was können wir durch Träume lernen?

Es sind Expartner, mit denen man plötzlich wieder an einer Festtagstafel sitzt, als wäre nie etwas gewesen; es sind Käfer, die aus allen Ritzen kriechen. Es sind Hände, die wieder und wieder nicht sauber werden, egal, wie gründlich man sie wäscht. Sie alle bevölkern global gerade viele Träume, glaubt man den Einträgen in Internetforen – oder der Freundin am anderen Ende der Videotelefonleitung. Während das alltägliche Leben heruntergefahren wurde, fuhren die nächtlichen Träume hoch.

Es ist daher kaum überraschend, dass Brigitte Holzinger gerade viele Interviews geben muss. Die Psychologin und Psychotherapeutin ist Schlaf- und Traumforscherin und leitet das private Wiener „Institut für Bewusstseins- und Traumforschung“. Menschen, sagt sie, würden sich in der Krise plötzlich wieder fürs Träumen interessieren. Holzinger sagt, dass Leute gerade nicht nur den Eindruck hätten, mehr zu träumen, sondern auch, dass die Träume vieler eins seien: bizarrer.