Schnellauswahl
Blattlinie

Happy Birthday, Zweite Republik

In der Krise blicken wir auf die erste und schwerste Krise unseres Landes und Europas zurück.

Vielleicht hilft es in Krisen, hie und da zurückzuschauen und die Dinge in Relation zu setzen. Oder sich daran zu erinnern, dass vorangegangene Generationen schwierigere, lebensbedrohlichere Zeiten überstanden haben. Der morgige 27. April bietet uns Anlass, weit zurückzublicken. Vor 75 Jahren haben an diesem Tag Vertreter der Parteien SPÖ, ÖVP und KPÖ im Wiener Rathaus die Proklamation der Selbstständigkeit Österreichs unterzeichnet. Und wir haben zu dieser kleinen publizistischen Geburtstagsparty für die Zweite Republik mehrere Texte in der Zeitung verteilt. Das 75er-Logo weist auf die Geschichten zum Schwerpunkt hin. Auf der Titelseite zu sehen sind Frauen beim Ziegelklopfen am Tiefen Graben in Wien.

Den Auftakt macht ein Essay von Außenpolitik-Auskenner Burkhard Bischof über die Neuordnung der Welt und die globale Dimension des soeben zu Ende gegangenen Krieges. Günther Haller erinnert im Österreich-Teil an den schwierigen Alltag in Wien, das somit wieder Hauptstadt Österreichs war. Der ehemalige ORF-Kollege und SPÖ-Europapolitiker Eugen Freund hat die Notizen seines Vaters aus dem Sommer 1945 ausgegraben und zur Verfügung gestellt. Jutta Sommerbauer berichtet, wie Russland heute auf den Zweiten Weltkrieg zurückblickt.

Übrigens, die heutige Ausgabe ist nur der Auftakt für eine lose Reihe an Geschichten zum Gründungsjahr der Zweiten Republik, die wir nun starten. Und wer schon jetzt mehr darüber lesen will, dem sei das von Günther Haller fast im Alleingang verfasste Geschichte-Magazin „1945 – der Beginn“ empfohlen (Preis: 8,90 Euro, für „Presse“-AbonnentInnen und „Presse“-Club-Mitglieder 6,90 Euro). Ab 4. Mai in ausgewählten Trafiken oder ganz einfach online bestellen in unserem Webshop: https://shop.diepresse.com

anna.wallner@diepresse.com

www.diepresse.com/ausderredaktion

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2020)