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Leitartikel

Bunkerstimmung in Brüssel, eine Präsidentin auf verlorenem Posten

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APA/AFP/EPA/OLIVIER HOSLET
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Ursula von der Leyen meidet an der Spitze der Kommission jeden Konflikt. Damit schwächt sie sich selbst und gefährdet das europäische Einigungswerk.

Als die Staats- und Regierungschefs der EU Anfang Juli vorigen Jahres nach drei Tagen unappetitlichen Feilschens Ursula von der Leyen als Kandidatin für den Vorsitz der Europäischen Kommission aus dem Hut zogen, brachten Kenner der früheren Ministerin ihre drei wesentlichen Führungseigenschaften so auf den Punkt. Sie vermeidet Konflikte über Grundsatzfragen. Sie ist eisern loyal. Und wenn sie vor der Wahl zwischen Form und Inhalt steht, geht die glatte Hülle stets vor dem harten Kern.

Nichts an diesen Charaktereigenschaften ist per se schlecht. Im Gegenteil: niemand erlangt eine politische Führungsposition, wenn er sich ständig in Fundamentaldebatten verirrt, Palastrevolten anzettelt, und sich nicht um sein öffentliches Bild in den Medien schert. Doch fast zehn Monate nach ihrer Nominierung, und knapp fünf Monate seit Antritt ihres Amtes, lässt sich der Schluss nicht verhindern, dass ihr Führungsstil der Präsidentin im Weg steht. Weniger gnädig müsste man sogar festhalten: Von der Leyen ist von diesem Amt überfordert.