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Kurden geben Türkei Mitschuld an Anschlag in Nordsyrien

Nach dem Anschlag in Afrin
APA/AFP/White Helmets, Syrian Ci
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Bei der Explosion eines Tanklasters in Afrin waren am Dienstag fast 50 Menschen getötet worden.

Nach dem verheerenden Anschlag auf die nordsyrische Stadt Afrin mit Dutzenden Opfern haben die Kurden der Region die Türkei mitverantwortlich gemacht. Die türkische Besatzung verlasse sich auf bewaffnete Gruppen mit Terrorgedankengut, erklärte der politische Arm der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) am Mittwoch.

So habe sie "die Tür für Terrorkräfte weit geöffnet", die unter türkischem Schutz agierten. Der Rat verurteilte den Anschlag als "feigen Terrorakt" gegen Unschuldige.

Bei der Explosion eines Tanklaster waren am Dienstag in Afrin nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 46 Menschen getötet worden, darunter elf Kinder. Mehr als 50 Menschen seien verletzt worden. Der Laster war demnach mit einem Sprengsatz versehen. Das türkische Verteidigungsministerium machte die Kurdenmiliz YPG und die verbotene Arbeiterpartei PKK für den Anschlag verantwortlich.

Ein Verdächtiger festgenommen

Das Gouverneursamt der türkischen Grenzprovinz Hatay teilte am Dienstag mit, ein Verdächtiger, der den Laster zum Anschlagsort gebracht haben soll, sei festgenommen worden. Weitere Angaben zu der Person machten die türkischen Behörden zunächst nicht.

Die SDF werden von der YPG angeführt und kontrollieren im Norden und Osten des Bürgerkriegslandes ein großes Gebiet. Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der PKK. Die Kurdenmiliz ist zugleich in Syrien wichtigster Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Die von Kurden geprägte Region um Afrin liegt direkt an der Grenze zur Türkei. Türkische Truppen und verbündete syrische Rebellen hatten dort im Frühjahr 2018 eine Offensive begonnen und das Gebiet von der YPG eingenommen. Ein wissenschaftliches Gutachten des Deutschen Bundestages kam zu dem Schluss, dass die dortige türkische Präsenz völkerrechtlich die Kriterien einer Militärbesatzung erfülle.

(APA/dpa)