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Covid-19

Chatdienste: Alle gegen Zoom

Auch so lässt sich Zoom nutzen: Der Chor "Juventus" aus Riga bei einer Probe.
Auch so lässt sich Zoom nutzen: Der Chor "Juventus" aus Riga bei einer Probe.REUTERS
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Nach Facebook will jetzt auch Google dem Überflieger Zoom Konkurrenz machen.

Die Corona-Pandemie ändert das Leben von Millionen Schülern, den Arbeitsalltag und auch wie wir mit unseren Liebsten und Freunden kommunizieren. In dieser umwälzenden Zeit hat sich ein junger und bis dato nahezu unbekannter Dienst auf den Smartphones einen Fixplatz verdient: Zoom. Der Chatdienst ist simpel aufgebaut. Wohl auch aus diesem Grund wuchs die Nutzerzahl von zehn Millionen (Dezember) auf knapp 300 Millionen an. Egal ob beruflich oder privat. Und das konnten auch die gravierenden Sicherheitslücken nicht ändern. Seit Wochen ist Zoom auf einem Höhenflug an der Börse. Sehr zum Leidwesen von IT-Riesen wie Facebook und Google. Diese rüsten nun nach und versuchen die verlorenen Kunden mit neuen Diensten wieder einzufangen.

Mit „Messenger Rooms“ kontert Facebook mit einem eigenen Dienst. 20 Personen können sich so virtuell treffen, später sollen sogar Treffen mit bis zu 50 Personen möglich sein. Und auch Google kontert. Der bislang für Business-Kunden konzipierte Dienst „Google Meet“ wird nun der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt, wenn ein Google-Account vorhanden ist. Den man aber sowieso besitzt, sobald man ein Android-Nutzer ist.

Gruppentreffen ohne ungebetene Gästen

Bei allen Anbietern gibt es normalerweise Zeitlimits. Auch bei der Gratisversion von Zoom sind virtuelle Treffen auf 40 Minuten begrenzt. „Google Meet" setzt das 60-minütige Limit bei Videokonferenzen bis Ende September aus.

Wie auch Zoom setzt der Google-Dienst auf eine plattformübergreifende Funktionsweise. Deswegen kann man sich auch über einen Weblink in ein Meeting einwählen. Im Gegensatz zu Zoom will der Suchmaschinen-Riese mit Sicherheit und Privatsphäre bei den Nutzern punkten. Beim sogenannten „Zoombombing" störten Fremde Videokonferenzen - wenn der Link öffentlich bekannt wurde oder sie die Konferenz-ID errieten. Mittlerweile soll das mit einem Update behoben worden sein. Außerdem empfiehlt Zoom, Konferenzen mit einem Passwort zu schützen.

Zooms Archillesferse: Die Sicherheit

Dabei ist „Zoombombing“ noch eine harmlose Auswirkung der Sicherheitslücken, die der Dienst aufweist. Die Cybersecurity-Firma Abnormal Security berichtet, dass Angreifer sich die großen Nutzerzahlen zu Nutze machen und falsche Zoom-Meeting-Einladungen verschicken. Dabei werden die Empfänger mit täuschend echten E-Mails zu Meetings mit Personalabteilungen geladen. Auch auf die Webseite, auf die man weitergeleitet wird, sei sehr gut gemacht, erklären die Security-Experten. Dort wird man aufgefordert, seine Login-Daten einzugeben. Damit können sich die Angreifer Zugang zur Anwendung verschaffen und weitere persönliche Daten abgreifen.

Sollte ein solches Mail im Postfach landen, sollten Absender und auch der Link einer genaueren Prüfung unterzogen werden. Spätestens dann lässt sich der Betrugsversuch als solcher erkennen. Die Forscher gehen davon aus, dass knapp 50.000 solcher Mails bereits verschickt wurden.

Meet setze dagegen zum einen auf komplexe ID, die man nicht erraten könne, sagte Google-Manager Serge Lachapelle. Außerdem könne man unbekannten Teilnehmern den Zutritt zum Videochat verwehren. Auf Passwörter verzichte Meet deshalb zunächst. Meet läuft in Googles Webbrowser Chrome, ohne weitere Plug-Ins, was den Dienst ebenfalls sicherer machen soll.

Google will auch mit seiner Stärke bei maschinellem Lernen punkten: Algorithmen sollen das Bild bei schlechten Lichtverhältnissen aufbessern und störende Geräusch im Hintergrund herausfiltern. Den bisherigen Markennamen Hangouts für seine Videochat-Produkte gibt Google mit dem Ausbau von Meet auf, sagte Lachapelle.

Zoom aktualisiert Nutzerzahlen

In einem Blogbeitrag schreibt Zoom von 300 Millionen täglich aktiven Nutzern. Dies wurde nun korrigiert auf Zoom Teilnehmer. Wie das Unternehemen gegenüber „The Verge“ bestätigt, dass man fälschlicherweise die Videokonferenz-Teilnehmer als Nutzer bezeichnete und dies umgehend änderte. Daten zu den tatsächlichen Nutzern blieb Zoom aber schuldig.