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Apple und Google

Corona-Apps: Einen Schritt näher zum automatischen Tracking

Ein Frau mit einer Mund-Nasen-Maske nutzt die BVG -App auf ihrem Smartphone an einer Bushaltestelle der BVG in Berlin.
imago images/Manngold
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Die ersten Grundlagen für ein plattformübergreifendes Contact-Tracing, wie in der „Stopp Corona"-App, sind fertig. Außerdem hat Apple seine Face-ID an die herrschende Maskenpflicht angepasst.

Google und Apple, normalerweise Konkurrenten am Technik-Markt, haben sich zusammengetan, um für Apps zur Nachverfolgung von Corona-Infektionen die technischen Grundlagen zu schaffen. Die ersten Schnittstellen, kurz API ( application programming interface) genannt, sind fertig und werden bereits von ausgewählten App-Entwicklern getestet.

Noch steht man ganz am Anfang dieser Kooperation, die erst vor knapp drei Wochen angekündigt wurde. Aber schon Mitte Mai sollen die Schnittstellen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Contact-Tracing soll dann plattformübergreifend funktionieren und Kontakte zwischen Nutzern automatisch auf ihren Smartphones aufzeichnen.

Apple und Google wollen selbst keine solchen Apps entwickeln, sondern stellen nur die Plattform den internationalen Gesundheitsbehörden zur Verfügung stellen. Und schaffen zudem auch noch die Voraussetzungen dafür in ihren Betriebssystemen.

Dass sich Android- und iOS-Geräte "finden", funktioniert bisher aufgrund von Bluetooth-Beschränkungen in iOS nur begrenzt. Dieses Hindernis wollen Apple und Google gemeinsam aus dem Weg räumen, sowie auch generelle Schwierigkeiten in Bluetooth. Der Übertragungsstandard dient primär zum Übertragen von Daten und war nie zur Distanzmessung und automatischen Kopplung gedacht. Das soll sich jetzt ändern.

Funktioniert diese Schnittstelle wie gedacht, ist der Weg frei für die "Stopp Corona"-App, die bis dato genau an den oben geschilderten Problemen scheitert. Zwar funktioniert der manuelle "Handshake" problemlos zwischen den Geräten, unabhängig vom Betriebssystem. Da man aber nicht in der U-Bahn jeden Sitznachbarn danach fragen wird, liegt die Hoffnung ganz klar auf der automatischen Kennung. Vorausgesetzt genügend Menschen installieren die App. Damit wäre es möglich, Infektionsketten unmittelbar nachzuverfolgen. Das könnte eine zweite Welle verhindern und somit auch einen weiteren Lockdown.

Basierend auf Untersuchungen aus Oxford gehen Wissenschaftler davon aus, dass solche Apps auf 60 Prozent der Smartphones in der Bevölkerung installiert sein müssen. In Österreich ist man überzeugt, dass sogar nur 40 Prozent reichen, damit in Verbindung mit den anderen Maßnahmen eine zweite Welle verhindert werden kann.

Face ID funktioniert jetzt auch mit Maske

In der von Apple veröffentlichten Betaversion von iOS 13.5 testet Apple die angekündigte Corona-Schnittstelle. Wer Betanutzer ist, findet diese unter Datenschutz/Health als "Covid-19 Exposure Notifications", wo sie standardmäßig aktiviert ist.

Außerdem hat Apple in dieser Version auch die Maskenpflicht in vielen Ländern aufgegriffen und die Face ID entsprechend angepasst. Wer sein iPhone mit seinem Gesicht entsperrt, kann dabei auch eine Maske tragen.