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Arbeitsmarkt

Wo jetzt die Jobs sind

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Die drastischen Auswirkungen von Corona auf den Arbeitsmarkt kennen wir. Die gute Nachricht: Mitten in der Krise sind auch positive Trends zu erkennen.

Für eine Auswertung im Auftrag von StepStone Österreich wurden von der Marktforschungsagentur index Stellenanzeigen in 22 Printmedien und 21 Jobbörsen im Zeitraum von 1.-31. März 2020 in ganz Österreich ausgewertet und mit jenen im März des Vorjahres verglichen.

Ärzte und Pflegekräfte laufen IT-Jobs den Rang ab 

Wurden früher IT-Fachkräfte stets „händeringend“ gesucht, laufen ihnen nun Mitarbeiter in Gesundheit, Medizin und Sozialem den Rang ab. So wurden im März 2020 17 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben als ein Jahr davor.

Im IT-Bereich hingegen gingen die Stellenausschreibungen um 27 Prozent zurück. Insgesamt wurden im März zur Behandlung der Corona-Infektionen 22 Prozent mehr Stellenanzeigen für Allgemeinärzte, Fachärzte der Pneumologie und der inneren Medizin veröffentlicht.  

Altenpfleger dringend gesucht

Ein Berufsbild, das schon vor Corona große Zukunft hatte: Auch für Pflege- und Arzthelferberufe wurden 13 Prozent mehr Stellen inseriert, um die Kapazitäten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu erhöhen. Besonders intensiv werden Altenpfleger gesucht, hier hat sich die Anzahl an Stellen sogar fast verdoppelt. Auch in der Berufsgruppe Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung werden verstärkt Nachhilfelehrer gesucht, die während des Homeschoolings die Eltern unterstützen. 

Helfer im Logistikbereich und auf dem Land gebraucht

Die Corona-Krise und der Lock Down des ganzen Landes haben allerdings noch einen anderen Effekt: Die Bestellungen bei Online-Versandhändlern haben deutlich zugenommen. Aus diesem Grund wurden doppelt so viele Lagerarbeiter und Packaushilfen zur Unterstützung im Logistikbereich gesucht als noch im März 2019. Auch in der Landwirtschaft sind die Bauern auf Unterstützung angewiesen: Für Landwirtschafts- und Erntehelfer wurden insgesamt 63 Stellen ausgeschrieben.  

Arbeitsmarkt reagiert nicht in allen Bundesländern gleich

Im Bundesländervergleich zeigt sich: Die Arbeitsmarkteinbrüche haben je nach Region verschiedene Ausprägungen. Wien ist bisher am stärksten vom Stellenrückgang betroffen (-35,4 Prozent), wohingegen die Stellenanzeigen im Burgenland nur um 16,1 Prozent und in Vorarlberg um 17,7 Prozent zurückgegangen sind.  

Berufsgruppen unterschiedlich stark betroffen

Auch Berufsgruppen sind unterschiedlich stark betroffen: Während im Vertrieb die Stellenanzeigen um 35 Prozent zurückgegangen sind, beträgt der Rückgang im Einzelhandel nur 18 Prozent. Vor allem große Einzelhandelsunternehmen suchen verstärkt nach neuen Mitarbeitern für die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung. Dringende Unterstützung wird vor allem von diversen Aushilfsmitarbeitern, Regalbetreuern und Feinkostverkäufern benötigt. 

Technische Berufe weiterhin gefragt

Auch technische Berufe bleiben weiterhin gefragt: Trotz einem Minus von über 31 Prozent bei den Stellanzeigen werden in dieser Berufsgruppe weiterhin die meisten Inserate geschaltet und Geld für das Recruiting in die Hand genommen: Österreichische Unternehmen gaben fast drei Mio. Euro für kostenpflichtige Stellenanzeigen aus.