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Knigge 2.0: Benimmregeln für das digitale Zeitalter

Knigge Benimmregeln fuer digitale
(c) Eetiquette.de
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Freundschaftsanfragen ignorieren, Freunde auf Fotos markieren und Handygespräche in der Öffentlichkeit: Das digitale Zeitalter lockt mit Fettnäpfchen, auf die Freiherr Knigge nicht vorbereitet.

Oft genügt ein kurzer Blick ins Benimm-Büchlein, doch in der digitalen Welt ließe so manch heikle Situation vermutlich selbst den Vater der guten Manieren, Adolph Freiherr Knigge, ratlos zurück. Ist es in Ordnung, wenn ich eine Kontaktanfrage auf Facebook ignoriere? Darf ich im Restaurant mein Handy auf den Tisch legen? Und: Muss ich eigentlich immer erreichbar sein? Das digitale Dasein wirft so manche Frage auf.

E-Mail, SMS, Twitter und Facebook haben ihren festen Platz im elektronischen Leben vieler Menschen eingenommen. Doch während in der analogen Welt bereits seit über 200 Jahren Umgangsformen Orientierung geben, rätseln Nutzer moderner Kommunikationswege immer wieder, was sie eigentlich dürfen und was nicht.

Deutsche Telekom statt Freiherr Knigge

Die Deutsche Telekom und Etikette-Experten der Deutschen Knigge Gesellschaft gehen nun in die Offensive. In Workshops mit etwa 70 Teilnehmern aus zwölf Nationen haben sie eine Sammlung von 101 Benimmregeln für das digitale Leben zusammengestellt, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. "eEtiquette" heißt das online zur Diskussion stehende Regelwerk. Man könnte auch sagen: Knigge 2.0.

Doch so eng sehen die Erfinder der Leitlinien das Ganze gar nicht. "Wir wollen keine strengen Benimmregeln aufstellen, sondern ein Bewusstsein für den Umgang mit neuen Kommunikationsmedien schaffen und den Nutzern Empfehlungen geben", sagt der Leiter des Creation Centers der Telekom, Raimund Schmolze. Die ständige Weiterentwicklung moderner Technologien erfordere es, "dass sich die Menschen fragen, wie sie in der digitalen Welt eigentlich miteinander umgehen wollen", erklärt er das Anliegen des Projekts.Um auch einmal "abschalten" zu können, kann die Digital-Knigge auch in Buchform bestellt werden.

Eine kleine Auswahl der besten Tipps:

  • Ignoriere Rechtschreibfehler anderer, es sei denn, Dein Name wurde falsch geschrieben.
  • DIGITALER SCHRIFTVERKEHR IN GROSSBUCHSTABEN IST MIT SCHREIEN GLEICHZUSETZEN UND ZUDEM NUR SCHWER LESBAR.
  • Bestätige den Empfang wichtiger E-Mails, wenn du zur Beantwortung etwas mehr Zeit benötigen wirst.
  • Abwesenheitsmitteilungen sind nützlich, weil sie Erwartungen klarstellen. Halte sie kurz und gib für wichtige Anliegen eine weitere Kontaktmöglichkeit an.
  • Starre nicht auf fremde Bildschirme. Verhalte dich wie an einem FKK-Strand: Persönliches geht dich hier nichts an.
  • Hunger und Ermüdung sind keine interessanten Statusmitteilungen. Teile deinen Anhängern nur relevante Dinge mit.
  • Google ab und zu deinen Namen, um deine digitalen Klone kennenzulernen.
  • Brülle in der Öffentlichkeit nicht in dein Handy. Halte Gespräche kurz und schleiche nicht herum wie der Tiger im Käfig.
  • Wenn die Verbindung eines Gesprächs unterbrochen wird, sollte der Initiator des Anrufs zurückrufen. Nicht beide gleichzeitig.
  • Stelle nur Bilder ins Netz, die deine Mutter freigeben würde.
  • Du könntest es bereuen, dich mit nahen Verwandten, Ex-Partnern, Mitarbeitern oder deinem Chef in sozialen Netzwerken anzufreunden. Überlege gut.
  • Schließe eine Videokonferenz mit einem Lächeln. Winken ist auch erlaubt.
  • Headsets sind schon im letzten Jahrhundert aus der Mode gekommen. Hebe deines für Halloween auf.

(Ag. / Red.)