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Neubau

Edvard Munch bekommt neues Museum in Oslo

Die Kosten für vom spanischen Architekturbüro Studios Herreros entworfene Museum belaufen sich auf etwa 250 Millionen Euro.

40.000 Werke und Gegenstände hat der norwegische Maler Edward Munch hinterlassen - Zwei Drittel davon sind im Besitz der Stadt Oslo, wo er 1944 starb. Nur ein Bruchteil davon konnte im bisherigen Standort des Museums gezeigt werden. Der Neubau soll daher vor allem Platz biete, heißt es vom Museumsdirektor Stein Olav Heinrichsen. 

Im neu entstandenen Kulturviertel am Fjord, in Björvika, gleich neben dem Opernhaus, wird das Museum erbaut. Zehnmal mehr Wandfläche als im bisherigen Munch-Museum im Osloer Stadtteil Töyen und Platz für elf Ausstellungen soll es bieten. Insgesamt erstreckt sich das Gebäude über eine Bruttofläche von 26.000 Quadratmetern. Sieben von insgesamt 13 Etagen sind der Kunst vorbehalten. Außerdem wird es einen Kinosaal, ein Amphitheater, ein Cafe, ein Restaurant und eine Aussichtsterrasse geben, von der aus die Besucher auf den Oslofjord und die neue Skyline der Stadt blicken können. Die Kosten für das Museum, das vom spanischen Architekturbüro Estudio Herreros entworfen wurde, belaufen sich auf 2,8 Milliarden Kronen (250 Millionen Euro).

Kritik: Lärmschutzwand statt leuchtender Turm

Die Form ähnelt dem elften Buchstaben des griechischen Alphabets, die Architekten haben dem Projekt deshalb den Namen Lambda gegeben. Die horizontal gegliederte Fassade ist mit perforierten Aluminiumplatten verkleidet, die als lichtdurchlässiger Sonnenschutz fungieren sollen.

Das neue Munch-Museum in Oslo.
Das neue Munch-Museum in Oslo.Foto des neuen Munch-Museums Munchmuseet/Ivar Kvaal CC BY 4.0

Bei Tageslicht wirkt die Fassade deshalb nicht gläsern, sondern grau – was den Architekten Kritik eingebracht hat. Das Gebäude sei kein leuchtender Turm – wie ursprünglich angekündigt - sondern sehe aus wie eine Lärmschutzwand. Doch die Architekten bitten die Osloer um Geduld. "Wenn das Gebäude fertig ist, wird die künstliche Innenbeleuchtung ein wichtiger Bestandteil der Fassade sein", sagten sie der norwegischen Zeitung "Aftenposten".

Im Spätherbst des Jahres soll das neue Munch-Museum eingeweiht werden, sofern dies angesichts der Coronavirus-Krise möglich sein wird.