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Zucker und Stärke

Gewinnanstieg für die Agrana

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Das abgelaufene Geschäftsjahr war gut, das laufende wird schwierig.

Wien. Das Geschäftsjahr 2019/2020 ist für die Agrana gut verlaufen. Da das Ethanolgeschäft wegen höherer Preise florierte und der Verlust im Bereich Zucker (auch dank höherer Preise) sank, erhöhte sich der Nettogewinn um fast 70 Prozent auf 51,3 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um 31 Prozent auf 87 Mio. Euro, obwohl es im Bereich Frucht und Fruchtzubereitungen einen Rückgang gab: Die Menge sei zwar gewachsen, die Kosten konnten aber nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden.

Der Umsatz des heimischen Frucht-, Zucker- und Stärkekonzerns, dessen Zuckergeschäft im nächsten halben Jahr auf den Prüfstand gestellt werden soll, stieg um 1,5 Prozent auf 2,48 Mrd. Euro.

Die Aktionäre sollen aber eine geringere Dividende erhalten. Man werde der Hauptversammlung am 3. Juli eine Dividende in Höhe von 0,77 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2019/20 vorschlagen. Für 2018/19 lag die Gewinnausschüttung bei einem Euro je Aktie.

 

Prognose schwierig

Den Aktionären gefiel das alles gut, die Aktie lag am Donnerstagnachmittag im Plus. Das laufende Geschäftsjahr dürfte schwieriger werden. Hatte man vor Ausbruch der Krise noch einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und Betriebsergebnis (Ebit) prognostiziert, so wollte man am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz keine Angaben mehr machen. Das hätte rein „spekulativen Charakter“, sagte Agrana-Chef Johann Marihart. Die Bereiche Frucht und Zucker dürften weniger stark von der Krise getroffen werden als der Stärke-Bereich, der wesentlich exponierter sei. Abnehmer sind etwa die Papierindustrie, die Bauchemie-, Textil und Kunststoffbranche.

Derzeit setzt das Unternehmen pro Woche 1200 Kubikmeter Ethanol für die Desinfektionsmittelproduktion ab, selbst hergestellt werden 80.000 bis 100.000 Liter Desinfektionsmittel pro Woche. Ein Teil geht kostenlos an Sozialorganisationen. Nachdem die Agrana in den vergangenen Jahren kräftig investiert hat, will man heuer die Investitionen auf 80 Mio. Euro unter das Abschreibungsniveau zurückfahren. Das sei bereits vor der Krise geplant gewesen. (b. l.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.05.2020)