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Attac: Patente auf Aids-Medikamente "töten"

Michael Stanger, Aids - Patient mit Betreuer Foto: Clemens Fabry
(c) (Clemens Fabry)
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Arzneimittel wie die zur Behandlung von HIV/Aids müssten prinzipiell vom Patentschutz ausgenommen werden, fordert das globalisierungskritische Netzwerk Attac.

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac ruft zur Aufhebung der Patenente auf Medikamente auf. Anlass ist die Welt-Aids-Konferenz, die am 18. Juli in Wien startet. "Medikamentenpatente töten und lähmen die Forschung", so Claudia Naumann von der Gruppe SocialAttac-Gesundheit am Mittwoch in einer Aussendung. Für Millionen von HIV/Aids-Betroffene seien lebensnotwendige Medikamente unerschwinglich oder würden nicht erforscht.

Die nach den Regeln der Welthandelsorganisation WTO geschützten Patentrechte auch auf lebensnotwendige Medikamente seien auf Druck der westlichen Pharmakonzerne zustande gekommen und würden diesen Monopolpreise ermöglichen. "Patentgestützte Forschung orientiert sich auf die Erwartung hoher Profite und somit vorzugsweise auf eine zahlungskräftige Kundschaft", so Naumann. Das schließe die Millionen an HIV-Infizierten in Afrika praktisch aus. Überdies erschwere ein Dschungel von Schutzpatenten den Datenaustausch unter Forschern und behindere so Innovationen.

Arzneimittel wie die zur Behandlung von HIV/Aids benötigten antiretroviralen Medikamente müssten daher prinzipiell vom Patentschutz ausgenommen werden, fordert Attac. Stattdessen sollten der Forschung andere Anreize und Belohnungen geboten werden.

Ein Schritt in die richtige Richtung sei ein unabhängiger Patentepool, der von der Initiative UNITAID zur Versorgung armer Staaten mit billigen Medikamenten gegen Aids und anderen Krankheiten derzeit mit Pharmafirmen verhandelt wird. Geht es nach Attac, sollen alle verfügbaren Aids-Medikamente in diesen Pool aufgenommen werden.

(APA)