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Coronavirus

Chinesen in Österreich: Angst, außer Haus zu gehen

Sie loben das heimische Krisenmanagement. Gleichzeitig fürchten sie sich vor Anfeindungen – und den Folgen für ihre Betriebe. Wie Chinesen in Österreich die Coronakrise erleben.

Ich bin stolz auf Österreich“, sagt Jing Gatke – mit einem kleinen Aber: „So wie andere europäische Staaten hat die Regierung die Situation zuerst unterschätzt. Sie war nicht vorbereitet, dass sich das Virus so schnell nach Europa ausbreitet“, erklärt die gebürtige Pekingerin, jedes Wort mit Bedacht gewählt.

Die Cellistin ist eine von rund 30.000 Menschen mit chinesischen Wurzeln in Österreich. In den vergangenen Monaten erlebten sie, wie das Coronavirus von China aus die Welt eroberte und schließlich auch ihre Wahlheimat heimsuchte. Seitdem stehen sie zwischen West und Ost, Corona-Hysterie und Hilfsbereitschaft, übermäßiger Vorsicht und wirtschaftlicher Not.

Auch Tian Fengfeng ist zufrieden mit den Regierungsmaßnahmen – vor allem mit der Wirtschaftshilfe. Der Fremdenführer für chinesische Reisegruppen hat seit Wochen keine Arbeit. Das wird sich so schnell nicht ändern: Chinas größte Reiseagentur Trip.com rechnet mit einem Ausfall von Gruppenreisen bis Jahresende. Tian vermutet: Erst wenn sich die Lage in Italien und Frankreich, beides Top-Ziele für Reisende aus China, beruhigt habe, trauten sich Chinesen wieder nach Europa.