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Coronavirus

Virus-Reproduktionszahl in Deutschland steigt weiter an

Am Landwehrkanal in Berlin war am sommerlichen Samstag einiges los.
Am Landwehrkanal in Berlin war am sommerlichen Samstag einiges los - in Deutschland nehmen die Coronafälle wieder geringfügig zu.REUTERS
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Zehn Infizierte stecken in Deutschland aktuell elf weitere Personen an, vermeldete das Robert-Koch-Institut am Samstagabend. Mittlerweile ist die Zahl erneut gestiegen.

Die Ansteckungsrate beim neuen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder über die kritische Marke 1 gestiegen. Die sogenannte Reproduktionszahl liege mit Datenbestand 9. Mai 0:00 bei 1,10, wie das RKI in einem am Samstagabend veröffentlichen Situationsbericht schreibt. Nun wurden die Zahlen abermals aktualisiert und zeigen eine erneute Erhöhung. Die Reproduktionszahl liege mit Datenstand Sonntag, 0.00 Uhr, bei 1,13, schreibt das RKI in einem am Sonntag veröffentlichen Situationsbericht.  Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt.

Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl unter 1 liegen. Am Mittwoch hatte das RKI den Wert noch mit 0,65 angegeben. Seitdem war die Reproduktionszahl stetig gestiegen.

Das Institut teilte jedoch weiter mit: Wegen der statistischen Schwankungen, die durch die insgesamt niedrigeren Zahlen verstärkt würden, könne noch nicht bewertet werden, ob sich der während der vergangenen Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt - oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt. "Der Anstieg des geschätzten R-Wertes macht es erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen sehr aufmerksam zu beobachten", schreibt das RKI.

169.400 Infektionen bis Sonntag

Bis Sonntagvormittag wurden mehr als 169.400 Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Das ist im Tagesvergleich ein Anstieg von rund 1100 Neuinfektionen. Mindestens 7435 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bisher bundesweit gestorben, ein 24-Stunden-Plus von 98.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 144.400 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2164 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 34.700 Fällen und mindestens 1423 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.200 bestätigten Fällen und mindestens 1542 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 340,5 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 203,8. Allerdings ist auch die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Viele Infizierte gab es in Schlachtbetrieben, was ein Schlaglicht auf die katastrophalen Unterbringungen vieler Arbeiter wirft und dementsprechend für Kritik sorgt.

(APA/dpa)