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Einbruch

Selbst leicht zu öffnende Türen sind zu schließen

(c) APA/dpa/Nicolas Armer
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Klage nach Einbruch scheitert vor dem Höchstgericht.

Wien. Wer nach einem Einbruchsdiebstahl Geld von der Versicherung fordern möchte, sollte darauf achten, dass auch die Nebeneingangstüren zugesperrt sind. Sonst gibt es nämlich kein Geld. Und zwar selbst dann nicht, wenn man die Nebentüre auch im verschlossenen Zustand einigermaßen einfach überwinden hätte können.

Mit dem Verweis auf die Besonderheit der Tür hatte eine GmbH versucht, doch noch Ersatz zu bekommen. Schließlich ging es um eine Fluchttür. Sie beinhaltete ein Glaselement, das man einschlagen und so den auf der anderen Seite liegenden Türgriff betätigen konnte. Aber diese Vorgangsweise wäre laut dem Oberstem Gerichtshof (OGH) „mit entsprechender Lärmentwicklung, erhöhter Gewalteinwirkung und vermehrter Spurenlage verbunden gewesen, weshalb die Täter gerade das vergleichsweise unauffälligere Aufdrücken der unversperrten Tür wählten“.

Die Versicherung müsse daher bereits schon deswegen nicht zahlen, weil die Tür unversperrt war, befand der OGH (7 Ob 143/19h). Die ebenfalls im Verfahren strittige Frage, ob das Unternehmen nicht auch eine Alarmanlage hätte installieren sollen, wurde deswegen gar nicht mehr von den Richtern geklärt. (aich)

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.05.2020)